Reisacher Frauengemeinschaft

Großes Engagement mit ganzem Herzen

von Redaktion

Plätzchen backen, eine Tanne umsägen, Kränze binden, Würstl verkaufen – die Mitglieder der Reisacher Frauengemeinschaft haben wieder alle Hände voll zu tun. Gemeinsam bereiten sie den Adventsmarkt vor. Jede bringt sich auf ihre Weise ein und trägt so zum Gelingen bei. Am Ende wird wieder eine große Spende überreicht.

Niederaudorf – Mit großem Engagement und ganzem Herzen sind die Frauen dabei: Carolin Schweinsteiger wischt sich die bemehlten Hände an der Schürze ab. Sie ist mit dem Plätzchenteig beschäftigt, dreht den Fleischwolf unermüdlich und freut sich auf den Duft, der gleich ihre Küche erfüllen wird. Die fleißige Bäckerin ist Schriftführerin bei der Reisacher Frauengemeinschaft und derzeit die Verantwortliche für das Spritzgebäck. Seit Jahren ist sie schon Mitglied bei der Frauengemeinschaft und weiß deshalb ganz genau, welche Aufgaben auf die Frauen zur Adventszeit wieder zukommen. „Wir machen ganz viele Dinge selbst und verkaufen sie dann beim Adventsmarkt, um mit dem eingenommenen Geld Bedürftige in der Gemeinde oder im Landkreis unterstützen zu können“, erklärt sie den Grund für das eifrige Werkeln.

Die Reisacher Frauengemeinschaft sammelt seit Jahren bei verschiedenen Anlässen für Menschen in Not. Stolze 241226 Euro kamen seit der Vereinsgründung im Jahr 1990 zusammen. „Jedes Jahr konnten wir rund 10000 Euro spenden“, freut sich Schweinsteiger. Dafür lohnt sich der Einsatz, den die Frauengemeinschaft das ganze Jahr über zeigt.

Der Adventsmarkt ist in diesem Jahr die letzte Veranstaltung von vielen: Im Frühjahr startete das Engagement der Frauen mit dem Oster-Kinderkleiderbasar, dicht gefolgt vom Frühjahrsmarkt. Im Herbst gab es wieder einen Kinderkleiderbasar, dann den Herbstmarkt und nun den Adventsmarkt. 18 Aussteller aus der Region werden hinter den Klostermauern erwartet. Sie bieten selbst gefertigte Waren an, vom Schmuck über Spielzeug, Dekoration und Kleidung.

50 Frauen helfen an den Verkaufsständen

Die Reisacher Frauen sind traditionell mit ihrem Kuchenstand vertreten. „Da bleibt kein Krümel übrig“, weiß Ursula Redwitz, Zweite Vorsitzende der Reisacher Frauengemeinschaft, zu berichten. Seit Juni ist sie damit beschäftigt, Freiwillige für den Einsatz beim Adventsmarkt zu finden. Und sie war erfolgreich: Rund 50 Personen haben sich bereit erklärt bei dem dreitägigen Basar mitzuhelfen.

„Wir haben die Schichten extra kurz gefasst, damit die Helfenden nicht das ganze Wochenende im Einsatz sind, sondern immer nur für zwei Stunden“, erklärt Redwitz. Dadurch brauchen wir zwar sehr viele Freiwillige, aber die Frauen sind auch schneller bereit zur Mithilfe, weil sie nur kurz helfen müssen und nicht gleich den ganzen Nachmittag.“ Und wer nicht selbst auf dem Markt stehen möchte, der backt Ausgezogene oder Nudeln. „Viele Bergbäuerinnen unterstützen uns tatkräftig“, freut sich die Organisatorin.

Zu tun ist genug: Zunächst wurde der Baum ausgesucht. „Bisher haben wir jedes Jahr einen Tannenbaum aus der Gemeinde geschenkt bekommen“, verrät Schweinsteiger. Aus seinen Zweigen werden dann jeweils um die 100 Adventskränze gebastelt, die im Kloster zum Verkauf kommen.

Heuer hat Erwin Kalke aus Niederaudorf den Baum gespendet. „Eigentlich sollte die Tanne letztes Jahr schon gefällt werden, aber als der Besitzer hörte, dass wir den Baum erst heuer für unsere Adventskränze brauchen könnten, hat er sich bereit erklärt, die Tanne noch ein Jahr stehen zu lassen“, berichtet Schweinsteiger. Inzwischen wurden die duftenden Kränze bereits gebunden. Viele fleißige Hände werkelten gemeinsam. Wer mag, kann sogar einen fertig dekorierten Kranz auf dem Adventsmarkt kaufen.

Die Gemeinschaft ist den Reisacher Frauen ganz wichtig. Es wird nicht nur gemeinsam für den guten Zweck gearbeitet, sondern auch viel gemeinsam gefeiert oder unternommen. „Als wir die Vorstandschaft vor ein paar Jahren übernommen haben, da war diese Gemeinschaft schon da“, beschreibt Redwitz auch im Namen der Ersten Vorsitzenden, Gloria Gräfin von Keyserlingk, die Situation. Die Frauen waren bereits ein eingespieltes Team. Sie fahren auch gern miteinander fort und veranstalten schöne Ausflüge, an denen auch Nichtmitglieder teilnehmen können. „Die Dreitagesausflüge sind allerdings innerhalb weniger Stunden ausgebucht“, lacht Schweinsteiger.

Alle zwei Monate treffen sich die Frauen aber auch zum Stammtisch in Niederaudorf. Dazu sind neue Interessentinnen immer willkommen. Das nächste Treffen findet Anfang nächsten Jahres statt.

Genauso vielseitig wie die beteiligten Frauen sind auch die Projekte, die sie mit ihren Spenden bisher unterstützt haben: Schatzmeisterin Susanne Mayr hat jeden Cent in ihren Büchern vermerkt: Die Trachtler, die Wasserwacht, das Mehrgenerationenhaus, die Petö-Grundschule, die Opfer des Zugunglücks in Bad Aibling, die Bergwacht und viele Bedürftige in der Gemeinde wurden bereits finanziell unterstützt.

Und weil ihre Spenden so gut ankommen und in der Region gebraucht werden, sind die Damen auch alle hoch motiviert. Sie basteln und backen bis wenige Minuten vor dem Reisacher Adventsmarkt. Am Freitag und Samstag, 1. und 2. Dezember, öffnet der Reisacher Adventsmarkt von 14 bis 17 Uhr, am Sonntag, 3. Dezember, von 11 bis 17 Uhr.

Kripperl und Musik

„Mit der Geburt Jesu beginnt der Siegeszug der Hoffnung“, sagt Winfried Schuster. Der passionierte Bastler stellt beim Reisacher Adventsbasar wieder einige seiner schönsten Krippen aus. In den tiefen Fenstern des Klosters kommen sie gut zur Geltung. Bäuerlich-alpenländische, orientalische und neapolitanische Krippen werden zu bewundern sein. Mal aus Papier, mal aus Holz, mal mit marmorierten Steinen oder goldenen Säulen – eine jede erzählt die Weihnachtsgeschichte auf ihre eigene Weise. Für weihnachtliche Weisen sorgen Bläser und Sänger. Die Reisacher Sänger und die „Sauboch Musi“ spielen am Sonntag auf. Interessierte können am Sonntag um 15 Uhr auch an einer Führung durch das Kloster teilnehmen.

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