Stephanskirchener Gemeinderat gibt Gutachten in auftrag

Nahversorgung im Visier

von Redaktion

Einen Profi hat die Gemeinde Stephanskirchen mit einem Gutachten zur Nahversorgung beauftragt. Der Münchner Wirtschaftsgeograf Dr. Ralf Popien wird nach einer umfangreichen Analyse der Ist-Situation einige Maßnahmen zur Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten vorschlagen.

Stephanskirchen – Die Bürger und die Handelstreibenden in Stephanskirchen sollen für die Analyse befragt werden, um ihre Bedürfnisse und Vorlieben zum Thema Nahversorgung zu erfahren, teilte Gutachter Popien den Gemeinderatsmitgliedern bei ihrer letzten Sitzung mit. Daneben werde er in einer Basisanalye bestehende Verkaufsflächen, Leerstände und Freiflächen erfassen. Am Ende gibt es einen Bericht mit einer Stärken-Schwächen-Analyse. „Vermutlich werde ich im März Ergebnisse liefern können“, stellte der Experte in Aussicht. Im Januar will er mit den Befragungen beginnen.

„Es geht dabei nicht nur um den Einzelhandel, sondern auch um Treffpunkte, Identität der Bevölkerung, die Kopplung kleinerer Geschäfte und eine altengerechte Nahversorgung“, machte er weiter deutlich. Man könne nicht in jedem Stadtteil einen großen Laden installieren, aber man müsse dafür sorgen, dass die Bürger die Geschäfte erreichen könnten, fußläufig oder mit Bussen. Es sollte nicht sein, dass nur motorisierte Bürger die Läden aufsuchen könnten.

Derzeit stehen in der Gemeinde zwei Entscheidungen zur Stärkung der örtlichen Nahversorgung an. Zum einen haben die Gemeinderatsmitglieder demnächst über einen Antrag zu entscheiden, in Nachbarschaft des Supermarktes Rewe an der Äußeren Salzburger Straße einen Drogeriefachmarkt zu errichten. Zum anderen existieren Überlegungen, für den in integrierter Lage in Haidholzen ansässigen Edeka einen neuen Standort im Gemeindegebiet zu entwickeln – eventuell auf dem ehemaligen C+C-Gelände. Dort hätte der Vollsortimenter dann mehr Platz.

Die Mehrzahl der Gemeinderatsmitglieder befürwortete den Auftrag an den Experten. SPD-Fraktionsvorsitzende Margit Sievi betonte: „Die Zeitleiste ist ziemlich kurz.“ Aus der Bevölkerung sei deutlicher Druck zu spüren, dass endlich gehandelt werden solle. „Wir wollen aber abwägen und alles richtig machen“, versprach Sievi. Auch der Fraktionsvorsitzende der Parteifreien, Hubert Lechner, befürwortete „den Blick von außen“. Altersgerechte Versorgung sei wichtig, bestätigte er.

Für die Bayernpartei fragte der Fraktionsvorsitzende Florian Beck, ob es Neuigkeiten von Edeka gebe. Das wurde vom Bürgermeister verneint.

Einzig der CSU-Fraktionsvorsitzende Dr. Rolf Jürgen Löffler stellte das Gutachten infrage. Er erinnerte daran, dass es schon viele interessante Vorschläge zum Ausbau der Nahversorgung in Stephanskirchen gebe. Er fände es besser, wenn sich die Gemeinderatsmitglieder möglichst schnell entschieden, welche Pläne sie bevorzugen und dann erst den Gutachter darauf schauen ließen. Diese Idee fand jedoch nur fünf Befürworter im Gemeinderat.

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