Heimatbühne Kiefersfelden spielt „Da Himme wart ned“

Jagd nach der millionenschweren Jacke

von Redaktion

Ein schlafender Polizist, wo gibt es denn sowas? Bei der Heimatbühne Kiefersfelden, wo jetzt die Premiere des Drei-Akters „Da Himme wart ned“ die Zuschauer begeisterte. Damit ist dem Theaterverein wiederum ein Höhepunkt der Laienspielkunst gelungen.

Kiefersfelden – Der im Vorzimmer des Paradieses eingenickte Polizist Stelzl muss, um Einlass zu bekommen, noch einen „Spezialauftrag“ erfüllen. Er soll auf Erden den soeben verstorbenen Schreinermeister Bömmerl, mit dem ihn zeitlebens eine tiefe Freundschaft verband, innerhalb von 24 Stunden in den Himmel hinauf bringen.

„Nichts leichter als das“, denkt sich der Stelzl und begibt sich als Geist auf die Erde zurück, wo er in dem Haus des soeben Verstorbenen auf die trauernde Tochter Anna trifft, die neben dem Verlust ihres Vaters auch noch eine wirtschaftliche Flaute der Schreinerei Bömmerl verarbeiten muss.

Beim ersten Zusammentreffen mit dem Schreinermeister muss Stelzl aber erfahren, dass der Bömmerl noch gar nicht realisiert hat, dass er nicht mehr unter den Lebenden weilt. Nach Erkennen der Realität ist der Schreinermeister wie geplättet aber auch neugierig und fragt: „Was erwartet mich denn da oben?“

Scheinbar zufrieden mit der Auskunft, wollen die beiden sich auf den Weg machen, aber da fällt dem Bömmerl noch so manches ein, was er auf Erden zu erledigen hätte. Und „Abschied nehmen“ muss er ja auch noch. In diese Überlegungen hinein platzen die Froschmeiers, Bömmerl schmarotzender Vetter nebst Gattin, die sofort „ihr Erbteil sichern“ wollen, dabei auf einen Lotterieschreiben stoßen, in dem Bömmerl ein Gewinn von drei Millionen avisiert wird – allerdings nur bei Vorlage des Original-Tippscheins.

Und los geht sie nun, die slapstickartige Suche der beiden Schmarotzer nach dem Lottoschein. Bömmerl und Stelzl sind dabei die Hände gebunden, denn als Geister werden sie weder gehört noch gesehen, sind praktisch Luft. Eine verfahrene Situation für alle Beteiligten. Dort die Trauernde, auch noch in wirtschaftlicher Not, hier die habgierigen Verwandten und dann noch die Toten, die das ganze Ungemach mitkriegen aber nichts dagegen tun können.

Als nahezu alle Versuche gescheitert sind, mit der hinterbliebenen Tochter Anna Kontakt aufzunehmen, erscheint die Schellnberger Resi, kurz „Schnapsdrossel“ genannt, ob ihrer Vorliebe für Hochprozentiges, und sammelt Kleider für Afrika ein. Und eben in diesem Kleiderpaket ist auch die Joppe vom Bömmerl, in deren Innentasche der gesuchte Lottoschein steckt.

Das Schicksal scheint seinen Lauf zu nehmen, da geschieht etwa Eigenartiges, die Resi hört die flehenden Stimmen der beiden Verstorbenen, was sie aber zunächst auf ihren Alkoholgenuss zurückführt und als „akustische Halluzination“ abtut. Währenddessen wandert das Corpus Delicti, nämlich Bömmerls Jacke mit dem millionenschweren Lottoschein, zunächst zum Froschmeier und wieder zurück in den Kleiderbeutel und von dort erneut zum Schmarotzer.

Immer mehr sonderbare Dinge im Hause des verstorbenen Schreinermeisters Bömmerl geschehen nun, bringen die bisher eher beschauliche Welt durcheinander. Blitz und Donner kommen vom Himmel, die Geisterstunde hat gespenstisches parat und letztlich läuft auch die Zeit den beiden Toten davon, sie müssen schon bald den Weg nach oben antreten, um Einlass in das Paradies zu erhalten.

Eine fatale Situation, in der nur noch ein Wunder alles zum Besten wenden kann. Ob dieses dann wirklich eintritt, es die beiden Geister noch in den Himmel schaffen und letztlich sich doch noch alles zum Guten wendet, ist das Salz in der Suppe der geistreichen Komödie, die Unterhaltung und Spaß im besten Sinne des Wortes für 120 Minuten parat hält. Für die musikalische Untermalung vor, während und nach dem Stück zeichneten „Die Stresemänner“ verantwortlich.

Heute nächste Aufführung

Die Komödie in drei Akten „Da Himme wart ned“ von Markus Scheble und Sebastian Kolb ist noch am heutigen Freitag, 29., und Samstag, 30. Dezember, sowie am Mittwoch, 3., und Freitag, 5. Januar, in der Schulturnhalle Kiefersfelden zu sehen. Der Vorhang hebt sich jeweils um 19.30 Uhr. Die letzte Vorstellung ist dann am Samstag, 6. Januar. Da geht es aber schon nachmittags um 13.30 Uhr los. Kartenvorverkauf ist bei Tabakland Zaglacher, Dorfstraße 34, Telefonnummer 08033/302722, sowie an der Theaterkasse.

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