Brannenburg – Den bayerischen Klassiker schlechthin hat Spielleiterin Vroni Zaggl für das Jubiläumsjahr des Wendelstein-Theaters in Brannenburg ausgesucht. Der Proben- und Bühnenbaustress der vergangenen Wochen hat sich gelohnt, wie der tosende Applaus bei der Premiere in der Wendelsteinhalle belegte.
Ein Schuss fällt, der Brandner Kaspar (Josef Schwaiger) ist getroffen, doch nur leicht verletzt – und damit ist die Geschichte vom „Brandner Kaspar und dem ewig‘ Leben“ voll im Gange. Da den Brandner der Schuss verfehlte, seine Zeit aber abgelaufen ist, muss ihn der Boandlkramer (Martin Gasteiger) selber abholen. Doch der schlaue Kaspar macht den ungebetenen Gast mit Kerschgeist betrunken und betrügt ihn dann beim Karten spielen mit dem Grasober um weitere 18 Jahre Lebensfrist.
Jetzt fängt für den Brandner Kaspar ein Leben ohne Beispiel an. Er braucht nichts mehr zu fürchten. Als aber drei Jahre später seine Enkelin Marei (Anna Schwaiger) ums Leben kommt, ändert sich alles mit einem Schlag. Als sie im Himmel eintritt, erfährt Petrus (Franz Heinrich) von dem Handel. Er duldet keine Abweichungen des Schicksals und befiehlt dem Boandlkramer, den Alten zu holen.
Listig lockt er den Brandner, zum Anschauen, nur für eine Stunde, wie er sagt, in den Vorhof des Paradieses. Trotz der Einwände des Erzengels Michael (Peter Zaggl), der sich als zorniger Paragrafenreiter entpuppt, bringt Petrus in Absprache mit der göttlichen Obrigkeit die Energiebilanz des Weltalls wieder in Ordnung. Dem Brandner Kaspar bleibt das Fegefeuer erspart, weil sogar die heilige Maria über die Schlitzohrigkeit lacht.
Beeindruckt waren die Besucher nicht nur von den schauspielerischen Leistungen, sondern auch wieder von den Bühnenbildern, die mit viel Liebe zum Detail gebaut und gemalt wurden. Die passende Musik und die Lichteffekte komplettieren den Theatergenuss. Die weiteren Vorstellungen sind ausverkauft.re