Pittenhart – Von Austellungen über Konzerte bis hin zum Höhepunkt – dem Festtag mit Standkonzert, Gottesdienst und Festabend in der Alten Zollstation am Samstag, 2. Juni – reicht das bunte Programm, das die Gemeinde Pittenhart für seine 200-Jahr-Feier auf die Beine gestellt hat. An den Planungen, die vor rund eineinhalb Jahren begonnen haben, sind laut Pittenharts Bürgermeister Josef Reithmeier (60) alle Ortsvereine beteiligt, denn: „Unsere Vereine zeichnen unser Gemeindeleben aus.“
Dass er die Kommune als Gemeindeoberhaupt durch das Jubiläumsjahr führen wird, freut den 60-Jährigen besonders: „Es ist meine Heimat, die mir am Herzen liegt“, sagt der Bürgermeister gegenüber den OVB-Heimatzeitungen und lobt vor allem den Zusammenhalt in der 1800 Einwohner zählenden Kommune: „Natürlich wird jeder Bürgermeister das über seine Gemeinde sagen, aber Tatsache ist, dass sich die Menschen hier gegenseitig helfen und unterstützen.“
Hofmark Oberbrunn zugeschlagen
Gefeiert wird letztlich die Entstehung der staatlichen Gemeinde Pittenhart, die im Zuge der Einrichtung des bayerischen Zentralstaats durch eine Verwaltungsreform am 17. März 1818 besiegelt wurde und sich mit dem Gebiet der damaligen Pfarrei deckte. Zugeschlagen wurde die Hofmark Oberbrunn, die sich wegen ihrer geringen Ausdehnung nicht als Gemeinde eignete.
Verschiedene Siedlungen der Kommune sind freilich deutlich älter, als die nun 200 Jahre alte Gemeinde Pittenhart. So wurde Oberbrunn, einer von 27 Ortsteilen, bereits 924, damals noch als Brunn, im Salzburger Urkundenbuch im Rahmen eines Tauschgeschäfts erwähnt.
Aribone oder Keltengott?
Nicht eindeutig hingegen ist die Herkunft des Namens Pittenhart. Wahrscheinlich ist, dass sich der Name Pittenhart beziehungsweise Bidenhardt von Boto aus dem Geschlecht der Aribonen, einem Bruder von Aribo II., der um 1070 das Kloster Millstatt in Österreich mitbegründet hat, ableitet. Allerdings könnte auch der keltische Wassergott Bid dem Ort seinen Namen gegeben haben, da auf einem Römerstein, der bis 1808 an der Pittenharter Kirche angebracht war, der Wassergott als „Sanctus Bedaius“ Erwähnung gefunden hatte.
Selbstverständlich spielt auch heute noch das Gotteshaus, das Mitte des 19. Jahrhunderts erweitert worden war, eine ortsbildprägende Rolle. Das Herzstück ist nach Ansicht des Bürgermeisters mittlerweile aber die Alte Zollstation, die jüngst aufwendig renoviert worden ist. Reithmeier: „Ich glaube mir ist niemand böse, wenn ich sage, dass die Alte Zollstation prägend für den Ortskern ist und diesen immens aufgewertet hat.“