Aktuelles Interview zur Bürgermeisterwahl

Anreize schaffen und dadurch beleben

von Redaktion

Anton Wallner (CSU) kandidiert als einziger Bewerber für das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Bad Feilnbach (wir berichteten). Am kommenden Sonntag, 14. Januar, findet die Wahl statt. Vorab stellte sich der 51-Jährige zahlreichen Fragen des Mangfall-Boten zur Entwicklung der Kommune, etwaigen Problemfeldern und zugleich zu seinen Visionen.

Bad Feilnbach – Anton Wallner will den amtierenden Bürgermeister Hans Hofer, der nach zwölf Jahren an der Spitze der Gemeindeverwaltung nicht mehr kandidiert, ablösen. Amtsantritt würde aber erst Mitte März sein. Dabei würde er das Ruder in einer Umbruchsphase übernehmen.

Die Ortsmitte erhält ein neues „Gesicht“. Was erwarten Sie sich durch die damit einhergehenden Veränderungen?

Die neue Ortsmitte wurde in der Vergangenheit lange diskutiert, doch nun tut sich endlich was. Sichtbar sind bereits die neue Straßenführung der Bahnhofstraße und die gerade neu entstehende Tiefgarage am Rathaus, auf der später ein Teil der neuen Ortsmitte sein wird. Zum neuen „Gesicht“ gehört natürlich auch das neue Kaufhaus Prechtl, das im Sommer eröffnet. Von diesem, das an allen bisherigen Standorten bei den Verbrauchern sehr gut ankommt, erwarte ich mir eine gewisse Sogwirkung auf andere Einzelhändler und damit eine Verbesserung des Einkaufsstandorts Bad Feilnbach. Eine deutliche Belebung werden die touristischen und vielfältigen gastronomischen Betriebe an der Kufsteiner Straße erfahren. Ich bin da sehr positiv gestimmt.

Wo drückt die Kommune der berüchtigte Schuh? Was wollen Sie hiergegen tun?

Hans Hofer hat in seiner Amtszeit zusammen mit dem Gemeinderat jede Menge wichtiger Projekte auf den Weg gebracht, die in den nächsten Jahren erfolgreich umgesetzt werden sollen. Wichtige Themen für die Gemeinde sind unter anderem bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und das Thema Mehrgenerationenhaus aufzugreifen. Hierzu werde ich mit dem Gemeinderat unter Berücksichtigung der engen Haushaltslage nach Lösungen suchen.

Stichwort „Örtlicher Tourismus“: Wie sehen Sie den Status quo und wo möchten Sie die Gemeinde als Bürgermeister in diesem Bereich hinführen?

Die Gemeinde Bad Feilnbach hat sich nicht nur seit der Baderhebung 1973 ein gutes touristisches Fundament erarbeitet, das uns nach wie vor zu einem herausragenden Erholungsort in der Umgebung gemacht hat. Anstrengungen für die nächsten Jahre sollten Anreize für qualitative und zeitgemäße Beherbergungsbetriebe schaffen und für eine gute Wahrnehmung im Internet sein.

Eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat – über Fraktionsgrenzen hinweg – ist Ihnen wichtig. Wie steht es mit Möglichkeiten der Bürgereinbindung?

Gerade die neue Ortsmitte von Bad Feilnbach soll ja künftig von allen Bürgern der Gemeinde als eine positive Verbesserung wahrgenommen werden. Für die nächsten Schritte sollen alle Bürger Ideen einbringen können. Es ist bereits ein ‚Wirthausgespräch‘ geplant und der Dialog Gemeinde 4.0 aufgesetzt. Ich will diesen Bürgerdialog vertiefen und weiterführen. Meine Bitte an die Bürger ist, sich an diesem Dialog auch zu beteiligen.

Die Ortsteile haben sich in den vergangenen Jahren auch gewandelt. Sie sind gewachsen, haben oder bekommen Gemeinschaftshäuser und verfügen über einen guten Zusammenhalt. Gerade Letzter ist in der heutigen Zeit ein „zartes Pflänzchen“. Was kann man tun, um dieses weiter zu hegen?

Die Gemeinde Bad Feilnbach verfügt über sehr viele und aktive Vereine. Welche Kommune hat beispielsweise über vier Musikkapellen? Das zeigt, dass sich viele unserer Bürger ehrenamtlich engagieren und damit dem Zusammenleben eine spürbare Lebendigkeit bringen. Darauf bin ich sehr stolz. Was kann man als Gemeinde dafür tun? Den Vereinen Platz für ihre Aktivitäten geben. Dazu tragen die vielen Sportstätten und selbst geschaffenen Einrichtungen bei. Umso mehr freut es mich, dass Ortsgemeinschaften mit großem persönlichen Aufwand Gemeinschaftshäuser in Litzldorf oder jetzt in Dettendorf bauen.

Wenn Sie die Gemeinde Bad Feilnbach mit fünf Wörtern beschreiben müssten. Welche fallen Ihnen dazu ein?

Lebendiges, vielfältiges und lebenswertes Miteinander – eingebettet in einer faszinierenden, intakten Landschaft.

2024 – wäre Ihre erste Legislaturperiode um. Welche Visionen haben Sie für diese sechs Jahre?

Ich möchte mich sehr schnell in die Aufgaben des ersten Bürgermeisters einarbeiten und die bereits begonnenen beziehungsweise aufgesetzten Projekte für die Gemeinde gut umsetzen. Für das Anwesen Eulenau soll ein Nutzungskonzept fertig und in Teilen umgesetzt sein. Die Steuerkraft der Gemeinde sollte sich weiter verbessert haben.

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