Obing – Bei den Burschen ist immer was los. Der Verein zählt 625 Mitglieder und ist mit 22 Neuzugängen im vergangenen Jahr nicht von Nachwuchssorgen geplagt. Mit über 134 Besuchern bei der Hauptversammlung im Gasthof Reiter in Frabertsham wurde das rege Interesse am Vereinsgeschehen abermals deutlich.
Dementsprechend zufrieden blickte der Vorsitzende Christoph Ober auf das vergangene Vereinsjahr, das von den Obinger Festwochen geprägt war. Eindrucksvoll hatten die Burschen im Rahmen des 53. Gaufestes ihr 120-jähriges Gründungsjubiläum gefeiert. Das Bierzelt sei stets gefüllt und die Bierfässer am Ende leer gewesen, merkte Ober in seinem Rückblick an. Mit 14500 Besuchern bei den Veranstaltungen und insgesamt 261 getrunkenen Hektolitern Festmärzen und Weizenbier sei es ein Fest der Rekorde gewesen. Nach über dreijähriger Vorbereitungszeit und unzähligen Festausschusssitzungen sei gemeinsam mit dem Musikverein eine unvergessliche Festwoche auf die Beine gestellt worden, die nicht leicht zu toppen sei. Höhepunkt sei für die Burschen ihr Festsonntag mit über 4000 Besuchern gewesen. Wieder einmal sei auf die Mitglieder Verlass gewesen. Sie hätten kräftig angerissen und Unglaubliches geleistet. Dabei seien die Gaudi und der Zusammenhalt nie zu kurz gekommen. „Ich bin brutal stolz auf den Verein“, sagte Ober, der nach insgesamt elf Jahren in der Vorstandschaft, davon drei Jahre als Erster und sechs Jahre als Zweiter Vorsitzender, nun „in Burschenrente geht“.
„Ich bin brutal stolz auf den Verein.“ Christoph Ober
Nachdem bei den Neuwahlen im vergangenen Jahr kein Nachfolger gefunden wurde, hatte er die Geschicke des Vereins kommissarisch weitergeführt. Nun übergab er sein Amt an den bisherigen Dritten Kassier, Stefan Hainz, der von der Versammlung einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt und gleich kräftig mit „Hu“-Rufen angefeuert wurde. Als Dritter Kassier folgte ihm Stefan Heinrich ins Amt.
Sehr launig gab Schriftführer Markus Hundseder einen detaillierten Überblick über die Aktivitäten des abgelaufenen Vereinsjahres. Demnach besuchten die Burschen viele Vereinsfeste und räumten dabei auch einige Meistpreise ab. Sie beteiligten sich am Obinger Dorfschießen, trafen sich zum Eisstockschießen und unternahmen einen zweitägigen Vereinsausflug nach Linz. Höhepunkt sei aber die Festwoche gewesen. Schon beim Bieranstich sei deutlich geworden: „Obing hat sich auf das Fest gefreut“. Für Aufsehen habe die Bar in Form eines Schiffes gesorgt, die in der Mitte des Festzeltes geankert habe und fleißig geentert worden sei.
Doch der Verein stehe nicht nur für Spaß und gemeinsame Freizeitgestaltung. Die Burschen betätigten sich auch regelmäßig am gesellschaftlichen Leben und in sozialen Belangen. Positives hatte auch Kassier Andreas Stübl zu vermelden. Er konnte ein Plus in seiner Kasse verbuchen. Der Burschenverein trage das ganze Jahr zum gesellschaftlichen und kirchlichen Leben in der Gemeinde Obing bei, betonte Pfarrer David Mehlich.
Bürgermeister Sepp Huber lobte den Verein für sein gesellschaftliches Engagement und die „Superfestwoche“, die alle Skeptiker widerlegt habe. Die Burschen hätten wieder einmal großen Zusammenhalt gezeigt. Da sei ihm um die Zukunft nicht bange.