Nachruf

Engagierter Reitmeister mit höchsten Auszeichnungen

von Redaktion

Griesstätt – Nur drei Tage nach seinem 86. Geburtstag starb Günther Festerling aus Haid. Zu seiner Beerdigung kamen Schüler, Kollegen und Weggefährten des Reitmeisters.

Der Verstorbene stammte aus Elbing in Ostpreußen, wo schon sein Vater ein sehr erfolgreicher Turnierreiter, speziell in Vielseitigkeit und Dressur, war. In Ulm ging Günther Festerling zur Schule. Kurz vor Kriegsende floh die Familie in die Heimat der Eltern nach Wernigerode im Harz und 1948 in den Westen. 1957 legte Festerling an der westfälischen Landesreitschule in Münster die Berufsreitlehrerprüfung ab. 1959 kam er nach Trossingen. Dort lernte er seine Frau Josefa aus Griesstätt kennen, die damals im weltweit bekannten Akkordeon-Orchester der Firma Hohner spielte. Im Jahr 1962 heirateten die beiden, bald gehörten zwei Töchter zur Familie.

Zwei Jahre später legte der Pferdefachmann in Warendorf die Reitmeisterprüfung ab. 1967 zog die Familie nach Haid bei Griesstätt und betrieb dort den neu errichteten Reitstall. Als Günther Festerling 1971 als Leiter der Deutschen Reitschule nach Warendorf verpflichtet wurde, verpachtete er seine Anlage in Haid.

Viel Freude bereitete ihm die Leitung der bayerischen Landesreitschule in München-Riem von 1975 bis 1980. Anschließend führte er seinen eigenen Reitstall in Haid als Ausbildungsstall für Pferde und zur Fortbildung junger Berufsreiter weiter. Viele Pokale und Fotos erinnern an seine großen Erfolge, erfolgreiche Pferde und das Talent seiner Schüler. Sein Herz schlug immer für die gute Ausbildung der Reiter. Vielfältig war sein Engagement. Zum Vorstand der Bundesvereinigung der Berufsreiter gehörte er seit 1981. Von 1993 bis 2002 prägte er sie als Vorstandsvorsitzender, später wurde er zum Ehrenvorsitzenden.

Burkhard Jung, Präsident der Bundesvereinigung der Berufsreiter, würdigte die Verdienste von Günther Festerling. Als Erster wurde er mit der „Felix-Bürkner-Medaille“ der Bundesvereinigung der Berufsreiter für sein Lebenswerk geehrt. „Seine prägnanten Merksätze zur Pferdeausbildung werden von Generationen zu Generationen weitergereicht“, so der Präsident über den Verstorbenen, der auch mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold ausgezeichnet wurde.

Ehrende Worte fanden auch Hans-Peter Schmidt, Präsident des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes, sowie Hans-Dietmar Wolff, Fachgruppenvorsitzender Dressur im Deutschen Reiter- und Fahrerverband.

Nach dem Gottesdienst, gestaltet vom Kirchenchor, führte eine Fahnenabordnung des Schützenvereins Halfing den langen Trauerzug seines langjährigen Mitglieds zur Familiengrabstätte an. Tröstende Worte fand Pfarrerin Zellfelder, Trauerweisen spielte eine Abordnung der Vogtareuther Musikkapelle. alu

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