Eggstätt – Bürgermeister Hans Schartner informierte die Gemeinderäte in der jüngsten Eggstätter Gemeinderatssitzung, dass bei einem Bürgermeistertreffen kurz vor Weihnachten unter anderem auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) zur Sprache gekommen sei. Dabei sei es unter anderem darum gegangen, Alternativen zum bestehenden ÖPNV im ländlichen Raum in Landkreis Rosenheim zu erkunden.
Schartner befand, dass der ÖPNV „bei uns auf dem Land“ durchaus ausbaufähig sei. Es gebe nicht mehr den Nachtexpress zwischen Bad Endorf, Grassau und Aschau, und am Wochenende von Eggstätt nach Prien mit dem Bus zu kommen, sei so gut wie unmöglich. Es gebe zwar den Bürgerbus, aber der habe große Zeitfenster.
Inzwischen gebe es den Vorschlag, wie in Graz ein „ISTmobil“ einzurichten. Die ISTmobil GmbH entwickelte und betreibt in Österreich ein erfolgreiches Anruf-Sammel-Taxi System, das bedarfs- und nachfrageorientiert ausgerichtet sei. Dabei gebe es keine unflexiblen Fahrpläne oder starre Linien. Das „ISTmobil“ wolle auch keine Konkurrenz zum Taxi oder zum Bürgerbus sein, sondern „nur“ seine Fahrgäste sicher zum nächsten Bahnhof, zum Arzt, zum Einkaufen oder nach einem geselligen Abend wieder nach Hause bringen. „ISTmobil“ habe sein Konzept Bürgermeistern, Jugendreferenten und Seniorenbeauftragten vorgestellt. Anteilig der Bevölkerung kämen – sollte Eggstätt sich an den Planungen beteiligen – Kosten in Höhe von 1737 Euro auf die Gemeinde zu.
Peter Fenzl befand das einen guten Vorschlag, Eggstätt sei „verkehrstechnisch Diaspora.“ Michael Wierer meinte, dass ein „ISTmobil“ auch dem Fremdenverkehr diene. Bürgermeister Schartner schloss sich dem an. Der Landkreis Traunstein habe auch schon Interesse bekundet.
Josef Höck als Behindertenbeauftragter hingegen erklärte, dass er befürchte, dass Menschen mit Behinderung wieder nicht berücksichtigt würden. Derzeit sei es eine Katastrophe, mit dem Bus oder Zug unterwegs zu sein. Die Busunternehmen Rosenheims hätten erklärt, dass keine Menschen mit Behinderung den Bus nutzten, aber ohne garantierte Barrierefreiheit sei kein Einsteigen in einen Bus möglich, so Höck weiter. Bürgermeister Schartner äußerte Verständnis für die Sorgen, befand aber auch, dass es jetzt um eine Studie ginge. Da könne man diesen Punkt sicher mit anführen.
Fenzl fragte nach den Kosten, sollte es zu einem „ISTmobil“ kommen. Gerhard Eder, der als Jugendbeauftragter bei dem Informationstreffen im vergangenen Jahr teilgenommen hatte, erklärte, dass in Graz beispielsweise Schulkinder einen gemeindlichen Zuschuss bekämen, eine Fahrt zum Schwimmbad mit dem „ISTmobil“ werde mit einem ermäßigten Eintritt vergolten. Das stehe aber jeder Gemeinde frei, was zu bezuschussen sei und was nicht.
Bürgermeister Schartner wiederholte, dass es jetzt erst um die Untersuchung des ÖPNV gehe: „Je mehr da mitmachen, desto billiger wird es dann auch.“
Einstimmig votierte das Gremium dafür, sich an den Planungen zu beteiligen.