Riederinger Gemeinderat berät kindergartenneubau

Wünsche und Kosten wachsen weiter

von Redaktion

Der Kindergartenneubau beschäftigte die Riederinger Gemeinderatsmitglieder auch in der vergangenen Sitzung. Verschiedene Wünsche und Vorgaben wurden kontrovers diskutiert – auch im Hinblick auf die möglichen Kosten.

Riedering – Schon seit Längerem treibt den Riederinger Gemeinderat das Thema Neubau eines Kindergartens in Riedering um. Die Gemeinde plant aber nicht nur ein Gebäude, sondern umplant das ganze Gebiet Süd-West samt einer Nahwärmeversorgung. Immer wieder gab es Anregungen vonseiten der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit, die redaktionelle Anpassungen und Änderungen sowie eine erneute Auslegung des Bebauungsplans notwendig machten.

Letzten Sommer erfolgte der Satzungsbeschluss (wir berichteten). In der jüngsten Sitzung nun präsentierten Hans Wagenstaller und Nina Meier vom Architekturbüro Guggenbichler & Wagenstaller das Kindergarten-Gebäude in Modulbauweise.

Einige Gemeinderäte befanden, dass die Parkplatzsituation nicht optimal sei und dass ein Einbahn- oder Ringsystem besser geeignet sei. Auch wenn die Modulbauweise Anklang fand, kam doch unter den Ratsmitgliedern die Sorge ob der Raumauslastung auf.

Kämmerer Wolfgang Eberle erklärte, dass man die Förderung jetzt beantragen müsse, gab aber auch zu bedenken, dass man für eine Förderung auch den Bedarf nachweisen müsse. Bürgermeister Häusler ergänzte, dass es laut der letzten Bedarfserhebung keinen Bedarf für eine fünfte Kindergartengruppe gebe. Man wolle ja auch „andere Kindergärten nicht schwächen.“ Vielleicht könnte man ein Modul weglassen, schlug er vor.

Architekt Wagenstaller sprach ein weiteres Problem an: Laut Bodengutachter müsste eine Bodenverbesserung erfolgen. Diese Maßnahmen im CVS-Verfahren schlügen aber zusätzlich mit rund 150000 Euro zu Buche. „Ein Keller wäre besser, aber den ganzen Raum zu unterkellern, wäre Wahnsinn.“

Josef Lindner erkundigte sich nach der Finanzierbarkeit. Fünf Millionen Euro Gesamtsumme für Kindergartenneubau inklusive Erschließungskosten und Nahwärmeversorgung seien eine „stolze Summe“. Es wäre sinnvoll, schlug er vor, sich erst einmal alle Investitionsplanungen der kommenden Jahre anzusehen und eventuell Investitionen zu streichen.

Kämmerer Eberle befand, dass die Gemeinde sich überlegen müsse: „Was will man sich leisten? Welches Projekt hat Priorität?“ Marianne Loferer hingegen erklärte: „Es ist uns allen doch klar, dass wir irgendwann Schulden machen müssen.“ Sie jedenfalls wolle nicht den Neubau des Kindergartens infrage stellen.

Josef Lindner erklärte, dass die jetzige Planung „optisch super“ sei, fragte aber noch einmal nach der Finanzierbarkeit. Bürgermeister Häusler wies darauf hin, dass sich die Planer an den Wünschen der Gemeinderäte und den sonstigen Vorgaben der „Kunden“ orientiert hätten. Michael Teubner sagte, dass eine Finanzierung nicht unbedingt schlimm sei, es komme auf einen vernünftigen Rahmen an.

Wagenstaller führte an, dass schon allein die Nahwärmeanbindung rund 800000 Euro koste. Bürgermeister Häusler regte daraufhin an, den Rotstift anzusetzen. Josef Loferer meinte: „Tolle Planung, jetzt müssen wir das Pferd von hinten aufzäumen.“ Er sei enttäuscht, dass erst kurz vor der Sitzung die aktuellen Zahlen bekannt gegeben wurden.

Wagenstaller erklärte, dass auch er erst jetzt alle Zahlen bekommen habe. Bürgermeister Häusler erinnerte daran, dass man ursprünglich von 3,1 Millionen Euro ausgegangen sei. Eberle rechnete die mögliche Förderung vor: Pauschal gebe es nach dem derzeitigen Stand der Belegung 750000 Euro Förderung, und eventuell könne man Fördergelder aus einem Sondertopf für einen Neubau oder eine Schließung erhalten. Bürgermeister Häusler wies erneut darauf hin, dass es einen Investitionsplan gebe und dass der Gemeinderat die Grundsatzentscheidung gefasst habe, einen Kindergarten mit vier Gruppen zu bauen.

Ein weiterer Diskussionspunkt war der Vorschlag von Markus Kahler, Geschäftsführer des Kindertagesstättenverbunds „Heilige Familie“ in Thansau. Er schlug vor, eine Großküche in dem neuen Kindergarten einzubauen. Von dort aus könnten alle Kindergärten bis nach Thansau mit Essen in Bioqualität und aus vornehmlich regionaler Herkunft beliefert werden. Die Großküche würde allerdings weitere 250000 Euro kosten, hieß es. Nach einiger Diskussion stimmten 18 von 20 Gemeinderäten gegen den Einbau einer Großküche, eine „normale“ Küche sei ausreichend.

Letzter Knackpunkt war die Erschließungsplanung. Josef Bichler vom gleichnamigen Ingenieurbüro erklärte dazu den Umfang der Bauarbeiten von der Straße „Am Kirchberg“ angefangen über die Erschließungsstraße und die Spielstraße vor dem Kindergarten sowie den geplanten Gehwegen von 1,5 Meter Breite. Dazu komme noch die Entwässerung, so der Ingenieur weiter. Aufgrund der geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen am Rothbach und der derzeitigen Auslastung der bestehenden Kanalisation favorisiere er die Variante, bei der DN 700- Rohre in fünf Metern Tiefe eingebaut würden. Diesem Vorschlag stimmten mehrheitlich 17 Gemeinderäte zu.

Diskussionsbedarf bestand auch über den geplanten Ausbau der Gehwege und Straßen. Mit 18:2 stimmte das Gremium für den Bau eines Gehwegs von der RO16 auf den Kirchberg, mit fünf Gegenstimmen wurde dem Vorschlag zugestimmt, einen Gehweg auf einer Länge von 210 Metern bis zur Spielstraße vor dem Kindergarten anzulegen.

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