Griesstätt – Es ist viel bewegt und geschaffen – so kommentierte Bürgermeister Robert Aßmus den Haushalt 2018. Vom Finanzausschuss war dieser bereits im Vorfeld geprüft und mit der Empfehlung, vorbehaltlos zuzustimmen, verbunden worden. Kein Wunder also, dass die Haushaltssatzung ebenso wie den Finanzplan und das Investitionsprogramm nach der Vorstellung durch Thomas Mader einstimmig verabschiedet wurde.
Mit einem Gesamtvolumen von rund 6,43 Millionen Euro sei dies der größte Haushalt überhaupt in der Gemeindegeschichte, gab Thomas Mader bekannt, im Vergleich zum Vorjahr seien insgesamt gut 700000 Euro mehr eingeplant. Dabei schließt der Verwaltungshaushalt mit circa 4,58 Millionen Euro ab, im Vermögenshaushalt halten sich Einnahmen und Ausgaben bei rund 1,84 Millionen Euro die Waage. Kredite werden erneut nicht neu aufgenommen, die Hebesätze für Grundsteuer und Gewerbesteuer bleiben unverändert bei 320 beziehungsweise 340 Prozentpunkten. Der Höchstbetrag der Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben wird auf 764539 Euro festgelegt, das entspricht einem Sechstel des Volumens des Verwaltungshaushaltes.
Anschaulich erläuterte Thomas Mader den Räten im Anschluss an die Eckdaten die Finanzlage der Gemeinde und stellte dabei heraus, wie sich der Rekordhaushalt im Einzelnen zusammensetzt und sich Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde in den nächsten Jahren weiterentwickeln werden. Das Investitionsvolumen bleibt dabei mit rund 777000 Euro in etwa so hoch wie im Vorjahr.
Größter Einnahmeposten im Bereich des Verwaltungshaushaltes ist wie immer die Einkommensteuer, diesmal spült sie 168070 Euro in die Gemeindekasse, gut 140000 Euro mehr als 2017. Schlüsselzuweisungen in Höhe von 704708 Euro werden erwartet. Vorsichtig werden für 2018 allerdings die Einnahmen aus der Gewerbesteuer kalkuliert. 502000 Euro sind nach dem Rekordergebnis vom Vorjahr veranschlagt, 2017 wurden 683156 Euro eingenommen. 380000 Euro bringen Zuschüsse für den Kindergarten, 245000 Euro kommen über Kanalgebühren herein und 209000 Euro über die GrundsteuerB. Erneut steigen in diesem Jahr Steuer- und Umlagekraft der Gemeinde.
Im Bereich der Ausgaben stehen im Verwaltungshaushalt die Personalausgaben mit rund 1,74 Millionen Euro ganz oben, 906666 Euro, etwa 100000 mehr als 2017, fallen hierbei allein im Bereich Kindergarten an. Der Grund dafür liegt unter anderem in der Einrichtung einer siebten Gruppe.
Deutlich gestiegen ist die Kreisumlage, die eine Höhe von 1,18 Millionen Euro erreicht, 2017 waren es noch 1,06 Millionen Euro. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von 456100 Euro reiche locker, um die ordentlichen Tilgungsausgaben von 211684 Euro abzudecken, gab Mader bekannt.
Weitere größere Posten im Verwaltungshaushalt auf der Ausgabenseite sind die 185800 Euro für den Unterhalt von Straßen, Gebäuden und Grundstücken und 108754 Euro Schulverbandsumlage. An den Freistaat werden 98400 Euro Gewerbesteuerumlage gezahlt und 82590 Euro fallen an Zinsen an. Die gemeindliche Verschuldung liegt durch einen konsequenten Schuldenabbau weiter unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden.
Im Vermögenshaushalt schlagen neben der Zuführung vom Verwaltungshaushalt unter anderem noch Einnahmen aus der Veräußerung von Anlagevermögen in Höhe von 698500 Euro zu Buche, ebenso 178000 Euro an Zuweisungen und Zuschüssen. Bei 126500 Euro liegt die Investitionspauschale und 252000 Euro kommen durch Erschließungsbeiträge herein.
Straßenbau ein großer Ausgabe-Brocken
Diesen Einnahmen stehen diverse Ausgabenposten gegenüber, die größten sind diesmal Baumaßnahmen, unter anderem in den Bereichen Straßenbau und Gewerbegebiet Klosterfeld. Insgesamt sind dafür 434500 Euro eingeplant. 272000 Euro entfallen diesmal auf den Erwerb von beweglichem Anlagevermögen. 246000 Euro sind für den Grundstückserwerb vorgesehen. Weitere sechsstellige Ausgabeposten fallen durch die Zuführung an die allgemeine Rücklage mit 311400 Euro, die Tilgung von Krediten in Höhe von 211684 Euro und eine Zuführung zum Bausparvertrag mit 219432 Euro an. Letztlich verschlingt die Deckung von Sollfehlbeträgen 274421 Euro.
Zufrieden resümierte Mader, dass bei planmäßigem Haushaltsverlauf die Rücklagen bis zum 31. Dezember 2018 bei rund 1,26 Millionen Euro liegen würden. Ebenso hob er die positiven Entwicklungen bei der Schuldentilgung der vergangenen Jahre hervor. Nachdem 2010 die Verschuldung der Gemeinde noch bei einem Höchststand von 3276072 gelegen habe, seien die Schulden in den sieben vergangenen Jahren kontinuierlich reduziert worden, so dass nach dem 31. Dezember 2018 voraussichtlich nur noch rund 1,21 Millionen Euro zu tilgen seien. Die gemeindliche Pro-Kopf-Verschuldung in Höhe von derzeit 443,70 Euro liege unter dem Landesdurchschnitt von 627 Euro bei vergleichbaren Gemeinden. Ziel sei, so Mader, die Gesamtverschuldung bis 2021 ständig weiter bis auf dann knapp 538000 Euro zu senken.