Schnaitsee – Seit Längerem besteht in der Gemeinde Schnaitsee der Wunsch nach der Errichtung einer Seniorenwohnanlage mit Betreuungskonzept. Erste Realisierungsmöglichkeiten ergaben sich mit dem Ersatzbau für das alte Schulhaus am Berghamer Weg. Dort wurde aber letztlich nur ein Mehrwohnungsobjekt für „Barrierefreies Wohnen“ erstellt.
Weitergehende Überlegungen scheiterten an der Finanzierbarkeit und der Übernahme der Pflege. Der Investor für die Großfläche am westlichen Rand entschied sich aber dann für die Planung als Mehrwohnanlagen. Seit dem war es wieder stillgeworden um das Thema Pflegeheim.
Im Zuge der Bauplanung „Spiegelwiese“ tat sich eine neue Möglichkeit auf. Nun hat diese Fläche die „Heimat Bayern Wohnbau GmbH“ aus Prien erworben. Geschäftsführer Stefan Mayer stellte bei der letzten Gemeinderatssitzung nun sein Konzept für die Errichtung einer Seniorenwohnanlage mit innovativem Betreuungskonzept vor. Am südöstlichen Rand des Ortes gelegen, aber in idealer Lage, soll ein komplett barrierefreies dreistöckiges Gebäude entstehen. Im Erdgeschoss wird eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit zehn Appartements, je etwa 38 Quadratmeter, für pflegebedürftige Menschen eingerichtet. Jeder Bewohner hat sein eigenes Pflegeappartement. Hier werden die pflegebedürftigen oder dementen Bewohner (Pflegegrad 3 bis 5) über 24 Stunden durchgehend versorgt. „Gemeinschafts- und Versorgungsräume sollen eine familiäre Atmosphäre schaffen, auch bei höherem Pflege- und Betreuungsbedarf“, so Mayer.
Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich zwölf barrierefreie Senioren-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 50 und 110 Quadratmetern. „Hier steht das barrierefreie Wohnen in Selbstständigkeit, bei gleichzeitigem Anschluss an eine Gemeinschaft Gleichgesinnter, im Vordergrund“, so Mayer. Etwaige benötigte Serviceleistungen im haushaltsnahen oder pflegerischen Bereich können zum Zeitpunkt des persönlichen Bedarfes zugebucht werden. Zusätzlich stehen Gemeinschaftsräume als soziale Treffpunkte zur Verfügung. Im Kellergeschoss befinden sich die Räume für die Haustechnik und eine Tiefgarage.
Damit das Gesamtkonzept der Seniorenwohnanlage in Schnaitsee dauerhaft gewährleistet ist, wird die Nutzung der Wohnungen für folgenden Personenkreis gesichert: Personen, die mindestens ein Alter von 60 Jahren erreicht haben, oder auch für jüngere Personen, die aufgrund einer Hilfs- oder Pflegebedürftigkeit ein solches Wohnangebot benötigen. Alle Wohnungen im Gebäude werden barrierefrei errichtet und der Aufzug führt bis in den Keller.
Bauherr ist die „Heimat Bayern Wohnbau GmbH“ mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Stefan Mayer, der zusammen mit Professor Lothar Marx aus München auch für die Planung der Gebäude verantwortlich ist. Die Heimat Bayern Wohnbau GmbH beabsichtigt, einen Teil der Wohnungen im Eigenbesitz zu halten und darüber hinaus auch einen Teil der Wohnungen zu verkaufen.
Für den Pflegebereich ist Robert Beck, Manager im Sozial- und Gesundheitswesen und examinierter Altenpfleger, verantwortlich. Stefan Mayer verwies darauf, dass durch das neue Pflegestärkungsgesetz für das Leben in ambulant betreuten Wohngemeinschaften, etc., zusätzlich finanzielle Unterstützung und Zuschläge durch die Kostenträger gewährt werden. Dadurch ist es jetzt möglich, solche Wohnformen wie die Seniorenwohnanlage in Schnaitsee umzusetzen.
Derzeit befindet sich die Wohnanlage in Schnaitsee im Planungszustand. Die Gebäudegröße und Raumaufteilung steht bereits fest. Die Fassaden werden so gestaltet, dass sie den ortstypischen Charakter einer ländlichen Gemeinde widerspiegeln. Um das Gebäude gibt es einen Gartenbereich für Bewohner, in dem sie sich sicher bewegen können. Die Seniorenwohnanlage befindet sich in direkter Nähe zu Einzelhandel- und Frischemarkt, Bank, Restaurant und Kirche. Eine Loggia im Obergeschoss gewährt einen Blick auf die Kirchen. Baubeginn für den ersten Bauabschnitt soll im Sommer 2018 sein, die Fertigstellung ist für Herbst 2019 geplant.
In einem zweiten Bauabschnitt soll südlich davon ein kleinerer Gebäudekomplex mit ähnlicher Ausstattung errichtet werden. Durch die geringere Wandhöhe des zweiten Gebäudes fügt sich die Gesamtplanung in die Umgebungsbebauung ein und gewährt einen freien Bergblick.
Auf einer östlich der Seniorenwohnanlagen gelegenen, noch beim Vorbesitzer verbliebenen Fläche, ist die Errichtung zweier Einzelhäuser geplant.
Da die rechtskräftige Fassung des Bebauungsplanes „Schnaitsee Spiegelwiese“ aus dem Jahr 2002 noch ein planerisches Konzept auf drei Parzellen die Errichtung von drei Einzelbaukörpern vorsah, war eine Bebauungsplanänderung notwendig. Der Gemeinderat Schnaitsee beschloss die Änderung im sogenannten „beschleunigten“ Verfahren einstimmig.
Die Gemeinderatsmitglieder zeigten sich erfreut, dass sich nun in der Sache „Seniorenwohnen in Schnaitsee wirklich etwas bewege“. Von einigen Gremiumsmitgliedern wurde angeregt, rechtzeitig die Frage nach Straßen-Querungshilfen in diesem, doch recht frequentierten Bereich, einzuplanen und mit den staatlichen Baubehörden zu besprechen. Auch sollte angestrebt werden, dass im Bereich des Bistros „Vicino“ und der neuen Seniorenwohnanlage Parkplätze für die Öffentlichkeit verbleiben sollen.
Auf die Frage nach ausreichender Größe der Treppen und Aufzüge für Liegend-Patiententransporte sagte Stefan Mayer, dass sowohl die Treppen als auch der Aufzug entsprechend dimensioniert seien.