„Die Falkensteiner im Inntal“ von Dorle Dengg feierte Uraufführung

Der Kasperl als Hochzeitslader

von Redaktion

Historische Anlehnungen, der hinterlistige Teufel und ein Kasperl in Hochform: Mit „Die Falkensteiner im Inntal“ hat Puppenspielern Dorle Dengg ein Stück geschaffen, das die Besucher bei der Uraufführung rundum begeisterte.

Kiefersfelden – Zur Uraufführung des neuen Theaterstücks „Die Falkensteiner im Inntal“ von Dorle Dengg platzte das kleine Theaterhäusel wieder aus allen Nähten, so groß war der Andrang der kleinen und großen Zuschauerschar. Unter den Besuchern auch Bürgermeister Hajo Gruber, der ebenso wie alle anderen wieder begeistert war von dem Stück und der Allrounderin Dorle Dengg.

In einer Laudatio vor Beginn der Premiere würdigte der ehemalige langjährige Leiter des Regensburger Museums, Dr. Martin Angerer, die Leistung der „Intendantin, Puppenspielerin und Akteurin in einem“ Dorle Dengg, die er als „unser Gold in der Kiefer“ bezeichnete. Ja, und dann hob sich „endlich“, wie die vielen Kinder jubelten, der Vorhang für das „phantastische Ritterschauspiel“.

Klänge aus „Von Rittern und Helden“

Zu den Fanfarenklängen von Marina Büchele aus der musikalischen Phantasie Josef Pirchmosers „Von Rittern und Helden“, die er zum 400. Jubiläum des Volkstheaters Ritterschauspiele Kiefersfelden in diesem Jahr komponiert hatte, zeigte sich der Kasperl mit seinem „Tri, tra, trallala“ und seiner Gretel, die sich so ungefähr im 11. Jahrhundert in der Neubeurer Gegend auf Arbeitssuche befanden. Ihr Ziel war der Graf Seboto zu Falkenstein, aus einem der mächtigsten Herrschergeschlechter Bayerns zu dieser Zeit.

Der Graf selbst weilt derzeit auf Freiersfüßen, will seine geliebte Mechthild heiraten und wartet auf die schwäbischen Mönche mit unverwechselbarem Dialekt – köstlich Dorle Dengg –, die eigens zu diesem Anlass eine Kirche bauen sollen. Der Kasperl fungiert so ungefähr als Hochzeitslader und auch seine Gretel kriegt ihren Job im gräflichen Hause.

Es wäre alles eitel Sonnenschein, wenn da nicht wieder dieser verflixte Teufel auftauchen würde, der aber zunächst einmal von den schwäbischen Mönchen resolut vertrieben wird. Bei der Hochzeitsfeier, bei der auch der Sänger Walther von der Vogelweide auftritt, beeindruckend von Lothar Rösler interpretiert, eröffnet der Graf seiner Gemahlin, dass er „schon morgen in den Kreuzzug nach Persien aufbrechen“ wird.

Nach kurzem Abschied erwarten ihn in dem fernen Land so manche Abenteuer und nach einem gewonnenen Duell auf Leben und Tod mit dem dort herrschenden Sultan, den er allerdings verschont, erhält er zum Dank die sagenumwobene „Mithras-Gemme“, das Wahrzeichen des Glaubens in Persien.

Teufel inszeniert

eine Intrige

Glorreich und gesund wieder in der Heimat, im Raum Flintsbach, angekommen, erwarten ihn aber vom Teufel inszenierte böse Intrigen und Verleumdungen. Seine holde Gemahlin soll ihn betrogen und Kinder eines anderen Mannes geboren haben, ist der niederschmetternde Vorwurf. Tobend vor Wut, lässt Graf Seboto sein herrliches Schloss anzünden und verstößt seine Gemahlin. Nun ist er nur noch ein Raubritter ohne Schloss und Frau.

Doch der Kasperl wäre nicht der Kasperl, würde er den armen Mann und seine verstoßene Gemahlin alleine in ihrem Unglück lassen. Seine Hilfe ist entscheidend, dass die Geschichte doch noch ein gutes Ende nimmt und alle Beteiligten, außer dem Teufel natürlich, ein großes Fest feiern.

Wie er das alles anstellt, ist schon beeindruckend und zeugt von sozialer Kompetenz und Hilfsbereitschaft. Natürlich hat die Schreiberin und Spielerin des Stücks, Dorle Dengg, eine Fortsetzung schon im Auge, doch zunächst will sie „Die Falkensteiner im Inntal“ am Samstag, 10. März, noch einmal zeigen und auf Wunsch auch noch zu anderen Terminen.

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