„Streuobstfreunde Bippenwald“: Obstbaumpaten engagieren sich

Vom Schneiden und Düngen

von Redaktion

Am Eingang zum Bippenwaldareal trafen sich zu früher Stunde die „Obstbaumpaten“ des Vereins Heim und Garten sowie weitere Interessierte. Organisator Stephan Helmstreit hatte die geballte Fachkompetenz des Landratsamtes Rosenheim, nämlich die Kreisfachberater Harald Lorenz und Roman Pröll, nach Kiefersfelden geholt.

Kiefersfelden – Harald Lorenz freute sich sehr über das Baumpatenprojekt, das von Gemeinde sowie Heim und Garten im letzten Jahr angeschoben worden war. Dazu hatte die Gemeinde 39 heimische und vor allem gesunde Apfel- und Birnensorten von einem Fachbetrieb anpflanzen lassen, die nun den Wanderweg von der Staatsstraße bis hin zum Feldkreuz inmitten des grünen Geländes zieren.

Um diesen Bäumen eine verantwortungsvolle und kompetente Pflege zuteil werden zu lassen, wurden in einem Auswahlverfahren die „Paten“ für diese Obstbäume ausgewählt, die nun die Gelegenheit hatten, kompetenten und praxisorientierten „Nachhilfeunterricht“ für die Pflege und Erhaltung ihrer Bäume zu erhalten.

Lorenz war nach eingehender Besichtigung der Anpflanzung „nicht ganz zufrieden mit dem Zuwachs“: Er empfahl im Frühjahr eine organische Düngung der Bäumchen. Bei der Werkzeugwahl sollte man nicht sparen, so sein Rat an die Teilnehmer und auch die Werkzeuge sollten nach jedem Gebrauch immer bestens gereinigt und desinfiziert werden, um Schädlings- oder Pilzübertragungen zu minimieren.

Der richtige Baumschnitt „bedeutet Wachstumsanregung“, er sollte aber „durchaus sinnvoll und nicht permanent über das ganze Jahr erfolgen“, so der Fachmann. Denn durch den gezielten Schnitt wird der Baum gestaltet, so wie ihn der Besitzer später sehen möchte. Um dann auch noch in den Genuss einer guten Ernte zu kommen, ist auf die ausreichende Lichtversorgung der Äste und heranwachsenden Früchte zu achten, die mit dem gezielten Baumschnitt erreicht werde. Außerdem beuge man mit „lichtgefluteten Bäumen einer Pilzinfektion“ vor. Daneben sprach der Kreisfachberater die richtige und zeitige Düngung sowie die Pflege der Baumscheibe, also die Unterwuchsbeseitigung rund um den Baum, an.

Und dann ging es dem ersten Birnbaum an die Äste. Nach eingehender Besprechung des Baumes, bei der der „Pate“ natürlich mit eingebunden war, wurde das noch zarte Bäumchen mit einem sogenannten „Erziehungsschnitt“ durch Harald Lorenz in die richtige Grundform gebracht. Zu jedem Schnitt, den er ausführte, gab er die Erläuterung, warum dieser Ast und nicht ein anderer abgeschnitten oder eingekürzt wurde. Danach ging es weiter zu anderen Apfel- und Birnbäumen der „Streuobst-Community“, wobei jeder einzelne Baum vom Fachberater mit dem jeweiligen Baumpaten genau unter die Lupe genommen und dann der Grund- oder Erziehungsschnitt vorgenommen wurde.

Über drei Stunden waren die Baumpaten mit ihren Fachberatern auf der Bippenwaldwiese unterwegs und am Ende hatte jeder Baum den Schnitt, der seine zukünftigen Wachstumschancen deutlich verbessern dürfte.

Dazu gab es auch noch von Harald Lorenz Informationen zur jeweiligen Frucht, ihrer Herkunft, Geschmacksrichtung oder Lagerungsmöglichkeit. Doch damit nicht genug, die wissbegierigen Baumpaten begaben sich noch auf den vom Verein Heim und Garten erstellten und gepflegten „Ökopark“ in die Unterkiefer, um dort an schon deutlich größeren Obstbäumen den Formschnitt zu erlernen.

Organisator Stephan Helmstreit war erfreut über die fachkompetente Unterweisung durch die beiden Kreisfachberater, die schon im Frühjahr wieder vor Ort sein werden, um aktuelle und vor allem praxisbezogene Informationen zur Düngung der jungen Obstbäume zu geben.

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