Jäger sollen Krähen stärker ins Visier nehmen

von Redaktion

Problematische Tiere und friedliches Miteinander standen im Mittelpunkt der Aschauer Jagdversammlung

Aschau – „Es war kein aufregendes Jahr für die Aschauer Jagdgenossenschaft, für die Waldbauern ebenso wenig, wie für die Jäger. Der Jagdfriede ist gewahrt“, sagte Jagdvorsteher Peter Fischer bei der Hauptversammlung der Jagdgenossenschaft Aschau.

Peter Fischer und Max Neumüller führen die Jagdgenossenschaft. Sie werden unterstützt von Kassier Peter Anner und Schriftführer Heinz Scheck. Das Gremium wird vervollständigt durch die beiden Beisitzer Lorenz Scheck und Ludwig Moosmüller. Die Kasse prüfen weiterhin Hilde Gunkel und Paula Eder.

Peter Fischer berichtete, dass es keinen Grund zur Klage wegen übermäßiger Verbissschäden gebe: „Wir können das – wie bisher – intern regeln.“ Entscheidend sei für die Aschauer Waldbauern nicht so sehr die Erfüllung des Abschussplanes auf Punkt und Komma, sondern wie es in den Wäldern tatsächlich aussehe.

„Vier Rehe wurden überfahren, jedes Jahr sterben zu viele davon auf den Aschauer Straßen“, bedauerte Fischer, dass immer noch zu viel Wild Opfer des Verkehrs werde. Hier müssten weitere zielführende Maßnahmen zur Verringerung der Wildunfälle angestrebt werden.

„Die Krähenbestände nehmen ständig zu. Wir fordern die Jäger dringend dazu auf, unter den Rabenkrähen aufzuräumen und die ungezügelte Vermehrung einzudämmen“, so Fischer weiter. Es sei ihm bewusst, dass die Krähenjagd schwierig sei und weder Wildbret noch Trophäe einbringe. Aber die Bestände dürften nicht zulasten anderer Tiere ins Unermessliche wachsen.

Bei der Versammlung der Jagdvorsitzenden im Landkreis sei es vor allem um die drei großen Problemfelder Biber, Wildschwein und Wolf gegangen. „Der Biber ist da, den kriegen wir nicht mehr weg. Über Wildschwein und Wolf können wir uns unterhalten, wenn das Problem für uns relevant wird“, kommentierte Fischer das Ergebnis der Versammlung. Abschließend dankte er den Aschauer Jägern für die gute Zusammenarbeit und das große Verständnis für die Sorgen der heimischen Waldbauern: „Das ist beileibe nicht in allen Jagdrevieren der Region selbstverständlich.“

Jagdpächter Rasso Baron von Cramer-Klett erklärte, dass die Waldbauern und die Jäger im Priental nach wie vor auf einer Insel der Seligen lebten, wo das Zusammenleben normal funktioniere. „Wir wissen, dass das vielen nicht passt. Aber es ist nun einmal so. Wir haben noch Wild, und wir haben auch noch Bäume. Es ist wichtig, das Wild auch einmal zu sehen, dann hat man noch eine Beziehung zu den Tieren des Waldes.“

In diesem Jahr werde wieder das Vegetationsgutachten für die kommenden Jahre erstellt. Er sei zuversichtlich, dass sich daraus keine Änderungen für die Aschauer Reviere ergeben werden.

Baron von Cramer-Klett und Jakob Hündl, ebenfalls Jagdpächter, dankten der Vorstandschaft für das vertrauensvolle Miteinander in den vergangenen Jahren. „Zwischen den Waldbauern und den Jägern hat es in den letzten Jahren keine ernsthaften Verstimmungen gegeben.“ Wenn ein Landwirt intensive Schäden bemerke, solle er das sofort an dieJagdpächter weitergeben. reh

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