Aschau – Der Verfasser und Regisseur der beiden zweistündigen Dramen Werner Hofmann und Co-Regisseurin Marianne Neumüller haben bereits einen Teil des künftigen Ensembles mit Mitgliedern der Aschauer Theatergruppen und mit Veteranen des Auferstehungsspieles von 2005 besetzt, doch für die Verkörperung der Hauptrolle konnten sie noch keinen geeigneten Nachwuchsschauspieler finden. Am Donnerstag, 15. März, findet um 19 Uhr im Aschauer Pfarrheim eine Versammlung statt, bei der alle willkommen sind, die zum Gelingen des Auferstehungsspieles rund um das Heilige Grab beitragen wollen. Bei einer Besprechung im Aschauer Rathaus erläuterte Werner Hofmann bereits, dass noch viele Unterstützer auf und hinter der Bühne gebraucht würden. „Es beginnt beim Hauptdarsteller, darüber hinaus fehlen uns noch einige Sprechrollen, Statisten für das Volk von Jerusalem und ein ganzer Stab für die Arbeiten rund um die Bühnengestaltung, die Masken und die Kostüme. Jeder, der in irgendeiner Form mithelfen will, ist uns willkommen“, so der Regisseur.
Bernadette Osterhammer, die mit dem Chor für die musikalische Gestaltung verantwortlich ist, ergänzte dazu, dass der Chor erst im Herbst in seiner endgültigen Zusammensetzung vorgestellt werde. Auch hier könne man zum Teil auf bewährte Strukturen zurückgreifen, aber der endgültige Auferstehungschor werde vollkommen neu zusammengesetzt. Dazu werden noch Sängerinnen und Sänger gesucht, die in dem Ensemble mitmachen wollen. Erfahrungsgemäß mangele es stets an Männerstimmen. Bernadette Osterhammer hofft deshalb, dass sich ausreichend Tenöre und Bässe melden.
Dornröschenschlaf dauert 60 Jahre
Das Auferstehungsspiel markiert mit seinen beiden Teilen im kommenden Jahr den Höhepunkt der Feierlichkeiten rund um das Aschauer Heilige Grab. 60 Jahre lagerte das barocke Grab auf dem Dachboden der Kirche und wurde erst vor wenigen Jahren wieder aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. In den vergangenen Jahren wurde es in Bad Tölz aufwendig restauriert und soll zu den Ostertagen 2019 erstmalig wieder in der Aschauer Pfarrkirche aufgebaut werden.
Nur die älteren Aschauer erinnern sich heute noch an die großartige Kulisse, die das ganze Presbyterium der Pfarrkirche „Zur Darstellung des Herrn“ ausfüllte. Das unglaubliche Schauspiel bei der Auferstehungsfeier und die Fertigkeit, dieses kunstvolle Bauwerk innerhalb eines Gotteshauses auf- und wieder abzubauen, wirkt auch heute noch nach. Bis in die 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts besuchten Gläubige und Kunstinteressierte aus der ganzen Region das wegen seiner Größe und Schönheit berühmte Heilige Grab in Aschau. Sieben Meter Breite, zehn Meter Höhe und acht Meter Tiefe auf drei Stockwerken, gekrönt von 140 Glaskugeln – das imposante Kunstwerk bietet eine perfekte Kulisse für Passionsspiele.
Der Heimat- und Geschichtsverein Aschau hat nun zusammen mit der politischen Gemeinde und der Pfarrgemeinde ein Konzept für die Feierlichkeiten entwickelt. Dazu besann man sich auf das Auferstehungsspiel von 2005 und erweiterte es mit dem Fastenspiel „Vom Leben Jesu“ und dem Auferstehungsspiel „Die Auferstehung Jesu“ auf zwei Teile, von denen der erste Teil in der Karwoche und der zweite nach Ostern gezeigt werden soll.
Konzerte: Klassik, Barock und Volksmusik
Das Grab soll unmittelbar nach dem Ende des Faschings aufgebaut werden und bis zwei Wochen nach Ostern acht Wochen lang in der Pfarrkirche „Darstellung des Herrn“ stehen. Mit einem umfassenden Rahmenprogramm sollen zusätzliche Besucher angezogen werden. Führungen, Gottesdienste, Andachten, Fastenpredigten und geistliche Konzerte sollen das Erlebnis vertiefen.
Mit einem klassischen Haydnkonzert unter der Leitung von Bernadette Osterhammer, einem volksmusikalischen Konzert unter der Leitung von Gabi Reiserer und einem Barockkonzert mit Johannes Berger und dem Concerto München stehen bereits drei Konzertabende fest.
Das historische Aschauer Heilige Grab ist Eigentum der katholischen Pfarrkirchenstiftung Aschau. Sie wird ab dem kommenden Jahr in einem regelmäßigen Turnus den Kirchenraum der Pfarrkirche für den Auf- und Abbau sowie die Durchführung der Schauspiele und damit verbundene Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Heiligen Grab zur Verfügung stellen.
Der Heimat- und Geschichtsverein Aschau zeichnet verantwortlich für die Durchführung des Aschauer Fasten- und Auferstehungsspiels. Für die Organisation eines Rahmenprogramms und dessen Abwicklung sowie die Vermarktung des Projektes „Aschauer Heiliges Grab“ arbeitet der Verein eng mit der Tourismusabteilung der Gemeinde zusammen.
Die Gemeinde Aschau berücksichtigt die finanziellen Aufwendungen für das Projekt in ihrem Haushalt. Für 2019 sind zunächst 90000 Euro vorgesehen. Der Heimat- und Geschichtsverein Aschau ist für die ordnungsgemäße finanzielle Abwicklung verantwortlich.