Naturfreunde rosenheim e.V. kündigen fristgerecht

Breitenberghaus ab August ohne Pächter

von Redaktion

Das Breitenberghaus ist idyllisch gelegen oberhalb von St. Margarethen und idealer Ausgangspunkt für Wanderungen zur Ramboldplatte, zum Lechnerköpfl oder zur Hochsalwand. Und natürlich lässt es sich dort oben auch gut feiern. Doch nun ist der Wurm drin. Die Naturfreunde Rosenheim kündigten den Pachtvertrag, die Pächterin ist enttäuscht.

Brannenburg/Rosenheim – „Der Pachtvertrag mit Wirtin Christine Steil wurde dieser Tage fristgerecht gekündigt.“ Das erklärte Friedrich Uebelhör, Vorsitzender der Naturfreunde Rosenheim e.V., bei seinem Besuch in der OVB-Redaktion. Die Kündigung werde zum 31. August wirksam, solange „läuft unser Vertrag mit Christine Steil“. Deshalb sei er verwundert, wenn die Pächterin auf Facebook postet, bereits am 1. Juni das Breitenberghaus zu schließen. „Das würden wir Verein bedauern“, sagt er.

Auslöser für die Querelen – zu denen sich Uebelhör nicht äußern will – ist offensichtlich der Brandschutz. Seit Juni 2017 dürfen im Breitenberghaus keine Gäste mehr übernachten. Intensiv habe sich der Verein darum gekümmert, dass die Auflagen des Landratsamtes erfüllt werden. „Wir müssen umbauen, suchten uns deshalb einen Architekten und haben inzwischen alles in trockenen Tüchern“, so der Vorsitzende zufrieden. Allerdings, und da schüttelt er den Kopf, müsse das Brandschutzgutachten durch einen Prüfsachverständigen nochmals überprüft werden. „Auch hier sind wieder einige tausend Euro fällig.“

Doch diese notwendigen Brandschutzmaßnahmen schlagen mit rund 80000 Euro zu Buche, die die Naturfreunde Rosenheim stemmen müssen. „Das ist ein riesiger Batzen für uns. Schließlich haben wir gerade einmal 165 Mitglieder. Wir sind hier auf Sponsoren und Spender angewiesen“, sagt Uebelhör.

Ganz anders sehen die Sache offensichtlich Christine Steil und Martina Huber, die gemeinsam dort oben wohnen und sich für das Breitenberghaus engagieren. „Wir müssen euch leider mitteilen, dass uns die Naturfreunde Rosenheim das Pachtverhältnis für das Breitenberghaus gekündigt haben.“ Trauer und Enttäuschung klingen in diesem „Post“ von Christine und Martina auf Facebook an. Aber die beiden Frauen wollen nach vorne blicken: „Über das unschöne Ende wollen wir nicht mehr nachdenken.“

Seit August 2012 ist Christine Steil dort oben die Wirtin und hat viel Schwung „in die Hütte gebracht“. „Die letzten fünfeinhalb Jahre waren unglaublich anstrengend, aber auch unglaublich schön“, schreibt sie in ihrem „Post“. Und viele User nehmen auf Facebook Anteil an dem „Hüttendrama“ mitten in den bayerischen Bergen. Denn das Breitenberghaus sei unter den Fittichen von Martina und Christine regelrecht aufgeblüht. Unschlagbar sei der „himmlische Kaiserschmarrn“ gewesen, dafür habe es sogar Extra-Abende gegeben. Über 200 Kommentare bedauern die Entwicklung am Breitenberghaus. Tenor: Schade, dass es zu Ende geht. Schade, dass ihr dort oben nicht mehr weitermachen könnt. Kopf hoch!

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