Halfing – Einen vergnüglichen und kurzweiligen Theaterabend erlebten jetzt die Zuschauer bei der Premiere des Klassikers „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist, übersetzt in bayerischer Mundart, den der Halfinger Theaterverein im Halfinger Pfarrheim auf die Bühne gebracht hat.
Die Welt liegt in Scherben. Der Krug der Martha Rull (Angie Schuhmacher), der kunstvoll bemalt war, ist zerbrochen. Ausgerechnet im Zimmer ihrer Tochter Eve (Maria Hartl) ging er zu Bruch, nachdem das wertvolle Stück ein Zeitalter von Brand und Zerstörung überstanden hatte. Unter Verdacht steht Eves Verlobter Rupert (Andi Fegl junior) den Martha vor dem Gericht in Huisnhofa verklagt.
Rupert, der mit seinem Vater (Charly Seidinger) vor Gericht erscheint, leugnet vehement, den Krug zerbrochen zu haben. Stattdessen beschuldigt er einen fremden Mann, den er selbst bei seiner Verlobten angetroffen habe. Eve schweigt zu alldem und gibt kein Wort von sich. Aussage steht gegen Aussage.
Ausgerechnet heute trifft der Gerichtsrat Walter (Max Zunhammer) mit seinem Bediensteten (Robert Binder) ein. Er will sich ein Bild über den Zustand der Justiz im kleinen Dorf verschaffen. Richter Adam (Andreas Hartl), ein Genussmensch, der bei Bier, Speck und Käse kräftig zulangt, sein Personal Liesl (Sandra Fegl) und Gretl (Sabine Heger) aufbrausend herumscheucht, soll nun unter der Aufsicht des Gerichtsrats Walter einen Prozess führen und Licht in das Dunkel bringen.
Doch Adam scheint an diesem Morgen nicht ganz bei der Sache zu sein. Nicht nur, dass sich seine Amtsperücke nicht finden lässt und zahlreiche Verletzungen sein Gesicht entstellen. Seine zweifelhafte Prozessführung dient mehr der Verschleierung als der Aufklärung des Tathergangs.
Zunehmend verwickelt er sich in ein widersprüchliches Netz aus Halbwahrheiten, Ausflüchten und Lügen. Die Zeugin Burgl (Evi Hartl) bringt endlich die Wahrheit ans Tageslicht und Eve gesteht, dass Richter Adam bei ihr war. Als Adam das aus Eves Mund vernimmt, läuft er davon und ist von niemandem zu halten.
Heinrich von Kleist schrieb mit „Der zerbrochene Krug“ eine menschliche Tragödie im Gewand eines Lustspiels, in dem der zerbrochene Krug zum Sinnbild einer gebrechlichen Welt wird, in der Gesetz und Ordnung, Sprache und Körper, Wahrheit und Täuschung in ein Missverhältnis geraten sind.
Regisseur Andy Fegl gelang es, eine erstaunliche Teamleistung bei den Schauspielern hervorzurufen. Auch unzählige Helfer wie Moni Ganserer (Souffleuse), die heimliche Stimme im Hintergrund, dem Fachmann für Beleuchtung und Technik Robert Binder, Maskenbildnerin Michaela Maier sowie die Bühnenbauer Werner Hanft und Alfred Witzl sorgten für eine gelungene Inszenierung.
Weitere Vorstellungen gibt es am Freitag, 2., Samstag, 3., Freitag, 9., Samstag, 10., Freitag, 16., und Samstag, 17. März, jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag, 18. März, um 18 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es bei Schreibwaren Reiter unter Telefon 08055/903198.re