Auszeichnung für Bad Feilnbach, Aschau und Rohrdorf

Wo der Genuss zu Hause ist

von Redaktion

Genießen hat in Bayern Tradition. Mit diesem Credo setzten sich das bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie die bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zu „100 Jahre Freistaat“ ein Ziel: 100 Genussorte in Bayern auszeichnen – mit dabei: Bad Feilnbach, Aschau und Rohrdorf.

Rohrdorf/Aschau/Bad Feilnbach – „Bayern ist ein Land der vielfältigsten Genüsse. Bilderbuchlandschaften, schmucke Städte und Dörfer und eine über Jahrhunderte bewahrte lebendige Tradition prägen das positive Image“, betonen bei der Ausschreibung das bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie die bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Und weiter: Bayern zeichne sich insbesondere durch seine kulinarischen Spezialitäten aus, die wiederum nicht ohne ihre Einbindung in Landschaft und Kultur denkbar sind.

Doch viele dieser Schätze sind nicht bekannt. Hundert von ihnen erstrahlen nun als „Genuss-Orte“ im Scheinwerferlicht. Mithilfe von Gemeinden, Tourismusvereinen, Verbänden und Initiativen, die sich rund um das Thema „Genuss und Lebensmittel aus unserer Heimat“ engagieren, galt es herauszufinden, wo in Bayern der Genuss zu Hause ist. Die ersten 43 Genuss-Orte sind nun gefunden. Der Landkreis Rosenheim ist mitBad Feilnbach, Aschau und Rohrdorf gleich dreimal vertreten. Sie werden am Montag in München im Rahmen eines Festaktes ausgezeichnet. Mit dabei: Neun Vertreter (je drei pro Preisträger und Kommune) aus dem Landkreis Rosenheim. Die Freude über die Prämierung ist groß.

Folgende Kriterien wurden dabei unter anderem unter die Lupe genommen: Ein Genuss-Ort – gleich ob Stadt oder Gemeinde – muss eine oder mehrere kulinarisch hochwertige Besonderheiten zu bieten haben. Das kann beispielsweise ein ortstypisches Gebäck oder eine Wurstspezialität und andere Schmankerl sein.

Diese müssen dann für einen unverwechselbaren Genuss stehen, Bezug zur lokalen Geschichte, Handwerk, Land(-schaft) und Leuten haben, aus regionalen Rohstoffen hergestellt werden und bei der Erzeugung oder Verarbeitung im Ort aktiv erlebt werden können. Auch soll das Produkt aus einer herausragenden kulinarischen und kulturell geprägten Gemeinde oder Stadt stammen, eine lange Tradition oder interessante Entstehungsgeschichte haben sowie zur Identifikation der Menschen vor Ort mit ihrem kulinarischen Erbe beitragen und für Einheimische und Gäste bekannter werden.

In Bad Feilnbach hat es unter anderem Punkte für die Sparte „Kreativ & Köstlich“ im Kur- und Tourismusverein gegeben. Die sechs Gastwirtschaften, welche ausschließlich inhabergeführt sind, widmen sich in Themenwochen dem Feilnbacher „Schlager“ , dem Apfel. Außerdem gibt es dort seit mehreren Jahren die Reihe „Kulinarisches Kino“. Die Wirtshauskultur wird überdies in Bad Feilnbach groß geschrieben. Wöchentliche Stammtische und Schafkopfrunden führte Ute Preibisch, Leiterin der Kur- und Gästeinformation, hier mit im Bewerbungsbogen auf. Auch das Handwerk werde im Rahmen der Aktionen „Einischaun“ bewahrt und vermittelt. Bad Feilnbach ist überdies – wie berichtet – das einzige Obstgebiet Deutschlands mit rein ökologischem Anbau.

Das Landschaftsbild der Gemeinde Rohrdorf zeichnet sich ebenfalls durch seine vielen Streuobstwiesen aus – mit der höchsten Obstbaumdichte im Landkreis Rosenheim, wie Simon Hausstetter in den Bewerbungsunterlagen der Gemeinde stolz vermerkt. Zahlreiche Obstbrennereien, die Obstverwertung ORO und einige Obstbauern verarbeiten Äpfel, Birnen und Zwetschgen vor Ort und vermarkten sie direkt in der Region. Auch viele Imker profitieren von den Streuobstwiesen. Typisch für den Genussort Rohrdorf ist dabei, dass die heimische Gastronomie, die Bäckereien und weitere Geschäfte ihre Lebensmittel von den örtlichen Produzenten beziehen und somit für Regionalität, Nachhaltigkeit und Tradition stehen.

Tradition, vor allem im kulinarischen Bereich, ist auch den Rohrdorfer Vereinen sehr wichtig, so wird etwa im Backofen des Bauernhausmuseums frisches Brot gebacken, bei Festlichkeiten der Trachtenvereine werden regionale Spezialitäten, wie Bohnenknödel, serviert. Dass Rohrdorf mit all seinen industriellen Unternehmen dennoch solche kulinarischen Vorzüge bietet und neben Innovation auch auf Tradition setzt, macht seine besondere Lebensqualität aus – das überzeugte auch die Jury des Wettbewerbs.

Die eingereichten Unterlagen der Tourist Info Aschau haben ebenfalls es im wahrsten Sinne des Wortes „gefruchtet“, beschreibt Herbert Reiter, Leiter der Tourist Info Aschau und Sachrang. Die gastronomische Bandbreite im Priental von der Sterne-Residenz bis zur Almhütte, die langjährige Tradition in der Vermarktung regionaler Lebensmittel und die Vielzahl spezieller Aschauer Produkte und Köstlichkeiten haben die Jury wohl überzeugt.

Die Verleihung ist eine Idee im Rahmen des 100. Jubiläum des Freistaates, welches heuer begangen wird. Die erste Wettbewerbsrunde wurde am 23. Juli vergangenen Jahres von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner gestartet. Bis Ende 2017 konnten die Bewerbungen zum Genuss-Ort online eingereicht werden. „Der Wettbewerb hat viel Zuspruch aus allen Regierungsbezirken Bayerns erhalten“, heißt es aus dem Ministerium. Die rund 150 eingereichten Bewerbungen wurden von einer unabhängigen Expertenjury mit Vertretern aus Kultur, Kirche, Wissenschaft, Tourismus, Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk, Gastronomie, Verbraucherschutz und Medien ausgewählt.

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