Obing – Die Volksparteien bräuchten starke Mitgliederzahlen für eine stabile Parteienlandschaft. Der Ortsverband habe aktuell 53 Mitglieder, darunter Martin Maier senior, Richard Mitterer, Franz und Elisabeth Pürner und Thomas Oberleitner, die für ihre zehnjährige CSU-Mitgliedschaft geehrt wurden. Darüber hinaus sei es wichtig, wer in den politischen Ebenen Entscheidungen treffe. Deshalb hatte sich der Ortsverband mit Bezirksrätin Annemarie Funke und dem Landtagsabgeordneten Klaus Steiner zwei aussichtsreiche Kandidaten eingeladen, die die Stimmung an der Basis in den Wahlkampf mitnehmen sollten.
Doch vorher gab es mit einem kurzen Rechenschaftsbericht der Vorstandschaft und der Wahl von Balthasar Altenweger, Thomas Oberleitner, Jakob Fischer und Florian Maier als Delegierte für die Europawahl noch einige Formalien abzuarbeiten. Als Stellvertreter wurden Stefan Liebhart, Richard Mitterer, Franziska Mayer und Franz Linner gewählt.
Gewohnt hemdsärmelig nahm Klaus Steiner klar Stellung zur aktuellen Landes- und Bundespolitik und zum „Rechtsruck“. Oft sei zu hören, die etablierten Parteien müssten ihr Profil schärfen, doch „das ist Politikergeschwätz“. Die Parteien müssten endlich im Rahmen des Rechtsstaats handeln. Die Problematik bestehe häufig aber darin, dass sich Entscheidungsträger in alle Richtungen absicherten, denn es gebe viele Klageverfahren.
Bei der abschließenden Diskussion machten die Mitglieder ihren Unmut über europäische Gesetze und Verordnungen, den Verlauf der Koalitionsverhandlungen, die Übernahme deutscher Unternehmen durch ausländische Investoren, die neue Düngeverordnung, den Bedarf an Ausgleichsflächen, die Verteilung der Ministerposten und die aktuelle Diskussion über Straßenausbaubeiträge deutlich. Beim Thema Straßenausbaubeiträge „StrABs“ wisse jeder, wie so ein Volksbegehren ausgehe und deshalb stehe man mit dem Rücken zur Wand, betonte Steiner. Darum brauche es eine schnelle Entscheidung noch vor der Landtagswahl.
Darüber hinaus erlebe er in vielen Bereichen den „Widerspruchsbürger“, der sich über Gesetze aufrege, die ihn behinderten und Regelungen fordere, wo es hilfreich erscheine. Der sich nur engagiere, wenn es ihn betreffe. Den Nachwuchsmangel gebe es auch in der Politik. „Es ist momentan nicht schick, sich gesellschaftlich oder politisch zu engagieren“.