Bürgermeister oberauer und die Nussdorfer fordern „Biberfreie Zone“

Landratsamt legt Veto ein

von Redaktion

Klar, sie sind possierliche Nager, diese Biber. Und sie stehen unter strengem Naturschutz. Im 19. Jahrhundert wurde der Biber fast gänzlich ausgerottet, nun erholen sich die Bestände zusehends. Sein größter Feind ist nach wie vor der Mensch, denn der Biber nagt Bäume an und baut Staudämme. Das sorgt für großen Ärger – auch in Nußdorf.

Nußdorf-Sonnhart – Wie berichtet, formiert sich in der Gemeinde Nußdorf nun erheblicher Widerstand gegen den Biber. Bürgermeister Sepp Oberauer fordert eine „Biberfreie Zone“ für den Ortsteil Sonnhart und stellt sich damit hinter einen Antrag seiner Bürger. Diese hatten zunächst den Antrag auf „Entnahme von Bibern“ an das Landratsamt gerichtet. Als sie nicht ans gewünschte Ziel kamen, reichten sie den Antrag nun im Gemeinderat ein.

Wie die große Mehrheit der Sonnharter berichtet, sorge der Biber seit Jahren für erheblichen Schaden im Ort. So hätten die Riesennager bereits 2009 die Bäume einer Streuobstwiese angefressen – mit dem Ergebnis, dass dort nun keine Bäume mehr existieren. Und das, obwohl jeder einzelne Baum fachmännisch geschützt worden sei – so hieß es zumindest in der jüngsten Ratssitzung. Neben dem finanziellen Schaden seien aber auch andere Tiere wie Vögel betroffen. Ohne Bäume keine Nistplätze. „Vögel bleiben deshalb seit Jahren aus“, hieß es. Zudem sei erhöhte Vorsicht beim Durchstreifen einer vom Biber bewohnten Zone geboten: Die angenagten Bäume könnten kippen.

Das Landratsamt bestätigte der OVB-Heimatzeitung auf Anfrage, dass der Antrag auf „Biber-Entnahme“ bereits im November 2017 eingegangen sei. „Ein Ortstermin mit Vertretern des Landratsamtes und der Gemeinde Ende Dezember im Sonnharter Graben hat aber ergeben, dass der Biber zumindest aktuell nicht aktiv ist. Es wurden keine Dämme oder Aufstauungen gefunden“, so Pressesprecherin Ina Krug. Biber zu entnehmen, also zu töten, sei hier keine Option, da die Tiere unter „strengstem Naturschutz“ stehen.

Als „präventive Alternative“ werden vom Landratsamt Rosenheim sogenannte „Drahthosen“ für Bäume und ein Elektrozaun für größere Gebiete angeboten. „Wir haben auch bereits eine mündliche Zusage gegeben, dass ein Biberdamm, sollte er entdeckt werden, entfernt werden darf“, so die Pressesprecherin. Sie verwies auf den Biber-Ausgleichsfonds der Staatsregierung für angerichtete Schäden.

Biber

Der Biber ist das zweitgrößte Nagetier der Erde. Er kann mit Kelle bis zu 1,30 Meter lang werden. Allein die Biberkelle hat eine Länge von bis zu 35 Zentimetern. Das Gewicht bei ausgewachsenen Tieren liegt zwischen 15 und 20 Kilo, die Tiere werden zwischen zwölf und 14 Jahre alt. Einmal im Jahr bringt das Weibchen ein bis drei Junge zur Welt, die zwei Jahre im Familienverband bleiben.

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