Obing – Bei der Jahresversammlung betonte Vorsitzender Franz Mußner, dass die Mahnung für den Frieden enorm wichtig sei. Das mache das aktuelle Weltgeschehen täglich aufs Neue deutlich. Darum sei es eine gute Entscheidung gewesen, die KSK für Mitglieder zu öffnen, die nicht gedient hätten. Das habe auch zu sechs Neuzugängen im vergangenen Jahr und zu derzeit 82 Mitgliedern geführt, darunter noch ein Kriegsteilnehmer, „ein letzter Zeitzeuge“.
Zum Wachhalten der Erinnerung gehöre aber auch der Erhalt der Kriegerdenkmäler der beiden Weltkriege, damit die vielen Kriegstoten in ehrender und zugleich mahnender Erinnerung blieben. An den beiden Gedenksteinen in Albertaich habe der Zahn der Zeit genagt. Eine umfangreiche Restaurierung sei notwendig geworden, „das Ergebnis kann sich sehen lassen“, lobte Mußner.
Armin Plank habe den Anstoß dazu gegeben, die Arbeiten begleitet, als Bindeglied zwischen Gemeinde und Restauratorin fungiert und am Ende auch noch viel Zeit und Recherchearbeit in die Wiederherstellung der bereits unleserlich gewordenen Inschriften gesteckt. Die Gemeinde Obing habe erfreulicherweise die Kosten in Höhe von 10800 Euro übernommen.
Steine ausgewaschen und brüchig
Damit sei aber noch nicht Schluss gewesen, denn es hätten sich noch einige Verschönerungsmaßnahmen ergeben. Armin Plank stellte die Sanierungsmaßnahmen genau vor: Beide Steine an der Süd- und Ostseite der Filialkirche waren durch den Regen ausgewaschen und brüchig, die Schrift durch die Witterung verblasst und zum Teil schon unleserlich. Die Schrift sei anhand der leserlichen Überreste, aber auch mithilfe alter Sterbebilder, Verlustlisten, Sterbeverzeichnisse aus dem Gemeindearchiv und Heeresberichten rekonstruiert und von Kirchenmalerin Doris Wolf-Reich nachgearbeitet worden.
„Als die beiden Kriegerdenkmäler im frischen Glanz erstrahlten, war mir klar, dass auch die beiden Fahnenmasten im Süden und der schmiedeeiserne Zaun an der Ostseite eine Auffrischung bräuchten.“ Die Fahnenmasten wurden neu gestrichen und mit neuen Kappen versehen, die Franz Kerschdorfer drechselte und spendete. Der Zaun sei sandgestrahlt und ebenfalls gestrichen worden. Die Kosten von 300 Euro seien mit der Spende des FC-Bayern-Fanclubs Obing finanziert worden. Das Denkmal hat an der Ostseite ein dezentes Edelstahldach bekommen, um es vor gröberen Witterungseinflüssen zu schützen, gefertigt und gespendet hat es Georg Plank.
Der sieht sein Engagement noch lange nicht beendet. Damit das Gedenken an die beiden Weltkriege nicht verblasst, sammelt er weiter Bilder und Unterlagen aus dieser Zeit.
Zufrieden zeigte sich Kassier Albert Löw, der zwar ein Minus in der Vereinskasse zu verbuchen hatte, aber insgesamt auf eine solide Kassenlage verweisen konnte. Mit 469,20 Euro sei die Kriegsgräbersammlung heuer wieder erfreulich verlaufen. Hans Lochner junior erinnerte an einige Ereignisse im vergangenen Jahr. Die Bergmesse bei herrlichstem Sommerwetter sei ein ganz besonderes Ereignis gewesen, betonte Mußner in seinem Bericht. Ebenso wichtig sei die Pflege der 833 Kriegsgräber und Gedenkstätten in 46 Ländern für die 2,7 Millionen Kriegstoten.
Die KSK Albertaich bereichere mit engagiertem Auftreten das Dorfleben und stehe für ein gutes Miteinander, sagte Bürgermeister Sepp Huber. Die Weltpolitik mit den täglichen Hiobsbotschaften und die Präsentation von Waffen aller Art mache deutlich, dass es bei neuen militärischen Auseinandersetzungen wieder nur Verlierer geben könne. „Jeder Beitrag zum Frieden ist deshalb essenziell wichtig“, so der Bürgermeister.
Bei den turnusmäßigen Neuwahlen wurde die Vorstandschaft mit Franz Mußner, Stellvertreter Franz Plank, Schriftführer Hans Lochner junior und Kassier Albert Löw, den Beisitzern Stefan Siglreithmaier, Sepp Pemsl und Martin Siglreithmaier ebenso wie die Fähnriche Armin Plank, Markus Baumgartner und Andreas Mitter für weitere drei Jahre bestätigt. Thomas Auer und Franz Pfisterer sind neu als Kassenprüfer.