Aschau – Bei den Vorbereitungen für die Ausstellung, die vom 28. Mai bis 24. Juni in der Alpenfabrik an der Zellerhornstraße zu besichtigen ist, stellten die Verantwortlichen fest, dass im Ausstellungsfundus von Max Baur eine Vielzahl an Porträt-Aufnahmen Aschauer Männer und Frauen existieren, bei denen die Namen der abgelichteten Personen nicht mehr bekannt sind.
Das brachte den Heimat- und Geschichtsverein Aschau (HGV) in Zusammenarbeit mit der Enkelin des Fotografen, Antonia Gottwald, auf die Idee, Kopien dieser Bilder im Foyer des Rathauses unter dem Motto: „Kennst‘ as no?“ auszustellen. Dort haben die Aschauer dann 14 Tage die Gelegenheit, vielleicht der ein- oder anderen abgebildeten Person den richtigen Namen zuzuordnen. Diese Ausstellung vor der Ausstellung läuft von Montag, 9. April, bis Freitag, 20. April, während der Öffnungszeiten des Rathauses.
Die von Antonia Gottwald organisierte und von Gemeinde und HGV unterstützte Ausstellung „So zaubert das Licht“ mit Werken von Max Baur, wird am Sonntag, 27. Mai, in der Alpenfabrik Hohenaschau – die Orangerie der ehemaligen Schlossgärtnerei – eröffnet. Sie ist täglich bis Sonntag, 24. Juni, in der Zeit von 15 bis 20 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen. Zeitgleich findet vom 13. April bis 26. August unter dem Titel „Potsdam, ein Paradies für meine Kamera“ eine Ausstellung zu Max Baur im Potsdam-Museum in der brandenburgischen Landeshauptstadt statt.
Die Tourist-Info Aschau verspricht sich von der Ausstellung zum 120. Geburtstag und 30. Todestag des international renommierten Lichtbildners Max Baur eine deutliche Steigerung der Tagesgäste. Die zeitgleiche Werkausstellung in Potsdam zu Max Baur, der internationalen Kapazität mit höchstem künstlerischem Rang als Fotograf, stelle für den Tourismusort Aschau eine wichtige Werbung dar.
Max Baur, geboren 1898 in Günzburg, zog 1906 mit seiner Familie nach Pasing bei München. Dort lernte er seine Frau kennen: Marianne Ernsberger aus Aschau. Nach Stationen in Innsbruck, Trier und Wernigerode wurde die preußische Residenzstadt Potsdam „zu einem Paradies für meine Kamera“.
Von April bis August zeigt das Potsdam-Museum eine umfassende Baur-Werkschau mit Schwerpunkt Potsdam. Genau so eindrucksvoll ist die Werkperiode, die ab 1953 nach der Rückkehr in die bayerische Heimat in Aschau beginnt. „Wir sahen noch nie ein so technisch, bildmäßig und kulturgeschichtlich klug zusammenraffendes Bildmaterial über das eigentliche Wesen unseres Chiemgaus“, heißt es in einer Rezension zum 1967 bei Dumont erscheinenden Chiemgau-Buch.
Die Ausstellung in der Alpenfabrik Hohenaschau konzentriert sich auf diese letzte Schaffensphase und gibt darüber hinaus Einblick in den Facettenreichtum eines großen fotografischen Werkes: Landschaftsaufnahmen, Stadtansichten und Architektur, Blumen, Stillleben, Wolken- und Winterbilder, Werbefotografie, Porträtaufnahmen und Detailstudien zeigen auf eindrucksvolle Weise, wie Max Baur als wahrer „Licht-Bildner“ mit dem Licht zu zaubern vermochte.