Nußdorf – „Während die Bäume bestrebt sind, in die Höhe, also zum Licht hin, zu wachsen, wird ein Schnitt notwendig, damit die Bäume nicht „vergreisen“. Außerdem möchte der Gärtner ja im Herbst möglichst viele und schmackhafte Früchte ernten.“ Allerdings würde dieser sogenannte „Winterschnitt“ nur Kernobst wie zum Beispiel Apfel oder Birne betreffen, so die Vorsitzende. Andere Obstsorten sollten jedoch erst im Sommer geschnitten werden. Dazu zählen auch starktreibende Obstbäume, da sich zu diesem Zeitpunkt diese Bäume bereits auf die Früchte konzentrieren. Der „Winterschnitt“ sollte möglichst früh im Jahr etwa bis spätestens Mitte oder Ende März erfolgen. Grund dafür sei, dass die Bäume zu dieser Zeit noch nicht so viel Wasser führen, so dass die „Schnittwunden“ besser verheilen könnten. Man müsse nur Mut dazu haben, die richtigen Schnitte zu setzen. Dabei bestehe die Kunst nicht im Abschneiden, sondern eher im Stehenlassen, erklärte die Gartenexpertin.
Früh übt sich, wer einmal ein guter Gärtner werden möchte. So machte sich auch die Kindergruppe des Vereins unter fachkundiger Anleitung von Thomas Kogler ans Werk und lernte, wie Schnitte richtig zu setzen sind.
Eine gern gesehene Aktion auch bei Joachim Wiesböck, Geschäftsführer der ORO-Obstverwertung Rohrdorf. „Es ist gut, zu sehen, dass sich die Jugend wieder für den Obstbaumschnitt interessiert“, so Wiesböck, der sich für den Erhalt und den Ausbau landschaftsprägender Streuobstwiesen einsetzt. Schließlich hat auch er ein Interesse an einer reichhaltigen Ernte im Herbst und hofft darauf, dass ein Teil der Ernte vom heimischen Obst in der Obstverwertung landen wird.
Wie es dann mit der Pflege der Bäume weitergeht, werden die Kinder im Laufe des Gartenjahres erfahren. „Denn bis zur Ernte ist noch einiges zu tun“, sagte Thomas Kogler, der die Kinder bei den Schritten begleiten wird. Schließlich wollen sie im Herbst sehen, wie aus „ihren“ Äpfeln herrlich schmeckender Apfelsaft wird.