Brannenburg – Unter Aufsicht von Kunsttherapeutin und Kunstpädagogin Jette Wedekind dürfen die Kinder im Malspielraum des Montessori-Kinderhauses eine Dreiviertelstunde frei malen. „Sie sollen darin bestätigt werden, ihrem spontanen Gefühl in der Malerei freien Lauf zu lassen“, sagt Wedekind. Wie Maria Montessori, die Gründerin der nach ihr benannten Reformpädagogik, sollen sich die Kinder in ihrem Tun ganz versenken, geradezu abtauchen in ihre Welt: Denn nur das, was ich selbst er-fahren und im wahrsten Sinn des Wortes be-griffen habe, das habe ich verstanden und kann es immer wieder abrufen. „Dabei ist es nicht wichtig, ob bei den Gemälden der Kinder ein präsentables Bild herauskommt“, betonen Hausleiterin Katrin Kwas und ihre Stellvertreterin Nicole Springer vom Montessori-Kinderhaus. „Wir wollen wegkommen vom Anspruch, ein ordentliches Werkstück abliefern zu müssen.“ Es gehe nicht darum, damit Rechenschaft abzulegen, was denn am Vormittag gemacht worden sei. Vielmehr sei es wichtig, die Kinder zu unterstützen und ihnen Mut zur eigenen Ausdrucksweise zu machen. Natürlich könne man an Hand der Bilder einen gewissen Entwicklungsstand in der Entwicklung der Kinder sehen oder die Ich-Stärke interpretieren, so Wedekind. „Viel wichtiger ist es im Sinne von Maria Montessori, das Kind in seiner Versunkenheit, in seiner Konzentration zu unterstützen und ihm die Erfahrung zu ermöglichen, dass es etwas selbst machen kann.“
Schön sei auch, zu sehen, wenn Kinder merken, dass sich Farben mischen lassen und damit neue Farbkombinationen entstehen. Die Montessori-Pädagogin Linda Boße betont dabei besonders, das je eigene Tempo der Entwicklung der Kinder. „Sie lernen am Vorbild, also etwa durch uns, aber nicht dadurch, dass wir ihnen den Pinsel aus der Hand nehmen und zeigen, wie ein gerader Strich geht. Selber machen, das ist uns wichtig.“
Am kommenden Samstag, 17. März, ist von 10 bis 14 Uhr ein „Tag der offenen Tür“ im Montessori-Kinderhaus, Inntalstraße 15 Brannenburg. Ohne Anmeldung.