Rohrdorf – „Wir sind sehr gut im Zeitplan“, zieht Brauchtumswart Simon Hausstetter, der sich unter anderem um die Leader-Förderung für das Vorhaben kümmert, zufrieden eine erste Zwischenbilanz: Noch am Tag des Spatenstichs am Kirchweihmontag (wir berichteten) wurde mit dem Aushub der Baugrube begonnen. Es folgte die Unterfangung des Bestandsgebäudes und die Stabilisierung des Bodens, was sich als äußerst aufwendig erwiesen hat: 149 Mikrobohrpfähle – jeder neun Meter lang – mussten in den Untergrund eingebracht werden, verdeutlicht Hausstetter. Noch vor Weihnachten wurde der Keller fertiggestellt. Und nach einer kurzen Pause um den Jahreswechsel wurden der Rohbau errichtet, die Metallstützenkonstruktion für den Mauerdurchbruch geschweißt, der Dachstuhl aufgesetzt und das Dach gedeckt. Dann wurde der Durchbruch zwischen Anbau und Bestandsgebäude, dem Achentaler Heimathaus, vorgenommen. Nun steht der Innenausbau an, bei dem die Trachtler kräftig selbst mitanpacken und einen großen Teil in Eigenleistung erbringen wollen.
Mit dem Anbau ans Heimathaus schaffen die „Achentaler“ zusätzliche Nutzfläche – und erfüllen sich zugleich einen lange gehegten Wunsch: eine Theaterbühne in den eigenen vier Wänden. Im Keller des zweigeschossigen Querbaus an der Hangseite entstehen unter anderem ein Sitzungsraum sowie Lagerräume für Gewand und Theaterrequisiten. Im Erdgeschoss ist eine größere Toilettenanlage samt Behinderten-WC vorgesehen. Zudem wird der Eingang auf der Ostseite barrierefrei gestaltet.
Bis Ende Februar, so Hausstetter, seien Rechnungen über rund 230000 Euro aufgelaufen. Davon hat die Gemeinde 100000 Euro in Form eines Zuschusses bezahlt; den Rest der Trachtenverein. Einen ersten Antrag auf Auszahlung der Leader-Fördermittel – insgesamt wird das Projekt mit EU-Geldern in Höhe von knapp 192000 Euro gefördert – hat Hausstetter bereits beim zuständigen Amt für Landwirtschaft gestellt. Mit der Auszahlung rechnet er allerdings erst im April. Damit nun eingehende Rechnungen beglichen werden können, hat die Gemeinde Rohrdorf nochmals 100000 Euro zugesagt.
Sobald die Leader-Fördersumme eingegangen ist und alle Rechnungen beglichen sind, werde mit der Gemeinde abgerechnet. Hausstetter: „Nicht benötigte Mittel müssen wir selbstverständlich zurückzahlen.“