Starkbieranstich mit der Musikkapelle Eggstätt

Dorfratschn in Hochform

von Redaktion

Wenn die Eggstätter Dorfratschn über das Dorfleben herziehen, kennt der Spaß keine Grenzen. Mit ihrem Auftritt sorgten Rosi Hell und Brigitte Sperber jetzt wieder für Hochstimmung beim Starkbieranstich in Eggstätt.

Eggstätt – Der Starkbier-Anstich mit Einlagen und Tombola beim Eggstätter „Unterwirt“ mit der Musikkapelle war ein voller Erfolg. Die Dorfratschn Rosi Hell und Brigitte Sperber sowie das Duo Paula Aiblinger und Ina Sieferlinger brachten Einlagen, die für viel Beifall bei den Gästen sorgten. Nach drei Schlägen von Eggstätts Bürgermeister Hans Schartner gegen den Zapfhahn floss das Bier – und das Fest war eröffnet.

Traditionelle

Blasmusik

Zwischen traditionellen Blasmusikstücken unter der Leitung von Dirigent Peter Gasser gab es zahlreiche Einlagen. Den Anfang machten die beiden Endorfer Theaterspielerinnen Paula Aiblinger und Ina Sieferlinger mit einem Sketch von „Herbert und Schnipsi“. In der „Trauerrede“ geht es um die Geschwister Rudi und Hanni, die auf der Beerdigung von Onkel Berti uralte Eifersüchteleien aufwärmen. Zu späterer Stunde hatten sich die beiden „aufgebrezelten“ Dorfratschn Rosi Hell und Brigitte Sperber in dem Glauben angesagt, dass sie einen „Tanztee“ vorfänden. „Da sie nun schon mal hier seien, wollten sie gleich noch ein bisserl vom Leder ziehen“, so die zwei.

Die Idee zum „neuen Hin und Mit“ dafür soll übrigens von der kolumbianischen Freundin Anna-Maria vom Wirts-Hansi sein, mit der sie „einen frischen Wind in die Wirtschaft und ihren Freund bringen will“. Zum 90. Geburtstag von Jakob Wiedemann soll sie richtige Samba-Tänzerinnen eingeladen haben, „hoibert nackert mit Federschmuck und Bikini“, was der „Hod Wole, allen voran dem Allround-Organisator Glasei, mehr gefallen haben soll als dem Jubilar“, war zu hören. Nach der letzten Versammlung der Burschen hätten diese gleich die neugegründete Dirndlschaft zum Tanztee einladen können, „waren aber wohl zu scheu, um mit ihnen das Tanzen zu üben“, wie zu erfahren war.

Die versicherungstechnischen Probleme zum Eggstätter Dorffest und „die angebliche Unlust des Bürgermeisters in der Sach“ gehen mittlerweile in die sechste Runde, so die Ratschn, die Trachtenvorsitzender Hundhammer wohl mit „einem eigenen Gartenfest lösen müsse“. Beim Umlegen des letzten Maibaumes verlangte der Bürgermeister einen „Maibaumbeauftragten“, der für „schlappe 800 Euro einen Holz-Spreiz und ein seitenlanges Statement ablieferte, was in einer gscheiten Brotzeit sicherlich besser investiert gewesen wäre“.

Die Warterei auf das Renovieren der Biertisch-Garnituren hat dem Trachtenvorsitzenden auch zu lange gedauert, „sodass er es selbst organisiert hat“. Allerdings war die Farbe vom Bauhof verkehrt, und damit „die Trachten-Gwanda nachad versaut und wieda koa Versicherung do“. Die seit Jahren geplante Umstellung auf LED soll jetzt „in die finale Phase kommen und eine Probelampe am Kirchmeierweg aufgestellt werden“, witzelten die Ratschn.

Lästereien über

den Imageprospekt

Laut neuem Imageprospekt der Gemeinde, „er ähnle eher der Heimzeitung vom betreuten Wohnen“, gäben die „Mädels“ der Touristinfo gerne Auskunft. „Nur wie lange geht man in Eggstätt eigentlich als solche durch“, meinten die Ratschn süffisant. Der Burschenverein soll auf „Wellness in der Oberpfalz mit Maibaumaufstellen im Sommer gewesen sein“, war zu erfahren und eine „Bei-eisiger-Kälte-in-einer-Baggerschaufel-baden-Challenge“ veranstaltet haben. „Ist dene gar nix zu blöd?“, fragten sich die beiden. Auch der ASV sitze eigentlich „schon auf gepackten Koffern, um den Zuschuss für die Sportheimsanierung abzuholen“, muss aber die Genehmigung der Gemeinderäte zur Planung erst abwarten, „und des ko wia üblich dauern“, frotzeln die Rednerinnen weiter.

„Damit de Blasmusiker in dene neuen Lederhosn für ein Jubiläum koane Spatzn-Wadln ham, werdns zu einem Sondertraining mit de Fuassballer verdonnert“, ist dem Duo zu Ohren gekommen. Für ein Kirchenkonzert sollte ein Fluchtweg-Plan erstellt werden, „derweil waren es keine 100 Besucher“, und auch der Brandschutz hat beim Unterwirt zugeschlagen und „Ruck-zuck ein paar Zimmer zusperren lassen“, sinnierten die zwei über bürokratische Finessen. Zur Bekämpfung des Taubendrecks soll der Schulhausmeister, seines Zeichens Böllerschütze, drastische Sanktionen ergriffen und mit der „Luftbix de Viacha vom Dach vertrieben ham“, war ihnen zu Ohren gekommen. Um nicht wieder „ins Fettnapferl zu treten“, hat Musikvereins-Vorsitzende Annemarie Plank „in dem Jahr vorsichtshalber nur den Ersten Bürgermeister begrüßt“, nicht wie letztes Jahr, „wo sie Gemeinderat M. Wierer erwähnt hat, den anwesenden Zweiten und Dritten Bürgermeister aber nicht“! „Ja so geht’s hoid ohne Zettel“, so das Duo. „Bevor’s a gfransert’s Maul kriagn“, wurden die Dorfratschn mit viel Applaus verabschiedet.

Artikel 1 von 11