Neubeuern – Die Jahreshauptversammlung des Verkehrsvereins Neubeuern war begleitet vom Abschiednehmen. Das langjährige Vorstandsmitglied Josef Unterhuber war mit nur 63 Jahren Anfang März während seines lang ersehnten Urlaubs in Kuba verstorben. „Sein Schaffen für den Verein war geprägt von Ruhe und Besonnenheit und wirtschaftlicher Motivation. Wir haben ihm viel zu verdanken“, so Vorsitzender Franz Steinkirchner. Im Anschluss stellte Franz Steinkirchner sein Amt zur Verfügung. „Schnellen Schrittes steuere ich auf mein 80. Lebensjahr zu. Es ist Zeit für eine Verjüngung der Vereinsführung.“
Acht Jahre leitete er den Verkehrsverein, was den Freizeitwert des Ortes für Urlauber, Reisende und Einheimische steigerte. „Vor vier Jahren zeichnete Franz verantwortlich für den Steg am Badesee Neubeuern, der vor allem die Jugendlichen begeistert.“ Er schuf vor der letzten Badesaison den Sandstrand mit überdachten Sandspielplatz am flachen Ufer für Familien mit jüngeren Kindern. Selbst das ständige Rasenmähen der weitläufigen Liegewiese und Parkplätze bewerkstelligte er in Eigendynamik.
Die Marktbeleuchtung übergab er verantwortungsbewusst und reibungslos in die Hände der Musikkapelle Neubeuern, nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Verkehrsverein diese Großveranstaltung künftig nicht mehr aus eigenen Kräften stemmen könne.
„Im Anschluss erweckte er in Zusammenarbeit mit der Beurer Bürgernähe den Trödel- und Antikmarkt zu neuem Leben, bevor diesem das Aus drohte“, resümierte sein Stellvertreter Georg Paul nach seiner Wahl zum Nachfolger im Amt.
„Die Einnahmen des Trödel-Marktes befriedigen lediglich die Ausgaben“, stellte Xare Schmid in seinem Kassenbericht fest, denn die Fortführung des traditionellen Gedankens, Neubeuern mit attraktiven Veranstaltungen zu beleben, rechtfertige den ehrenamtlichen Aufwand.
Allein im vergangenen Vereinsjahr meisterte der Verkehrsverein zudem vielfältige Aufgaben, von denen Schriftführerin Edeltraud Hähle berichtete. Die Wandermöglichkeiten in Neubeuern werden seit 2017 durch einen Panoramaweg mit Beschilderung bereichert.
Sorgen verursachten mehrere Dachse, die vor der letzten Saison das westliche Gelände des Badesees durchpflügten. Steinkirchner habe sich während dieser Zeit im Tag- und Nachteinsatz befunden. Er installierte einen Weidezaun, zudem Scheinwerfer mit Zeitschaltuhr an der Wasserwachthütte und auf einem mobilen Anhänger. Seine Hartnäckigkeit wurde belohnt. Ende Juni endete dann der Spuk innerhalb von zwei Tagen. Die Böschung des Inndamms sanierten anschließend Franz Stelzer und Hans Reischl mit einem Rollrasen.
Im Spätherbst wurde ein unbekanntes Tauchobjekt entdeckt, von dem ein Kabel aus dem Wasser ragte. Hierbei handelte es sich um einen in Rosenheim gestohlenen Zigarettenautomaten mit vier zurückgelassenen Restpackungen. Die Polizei nahm den Stahlkörper in Verwahrung.
Für die Pflege des Seeareals wurde ein Rasenmäher aus dem Fuhrpark der Gemeinde erworben, der bereits auf den Liege- und Parkflächen im Einsatz ist.
Michael Fichtner, Leiter der Gästeinformation, legte die Zahlen der Vermietungen offen. 2017 war ein Rückgang der Übernachtungszahlen von 5,5 Prozent zu verbuchen, wobei die gewerblichen Vermietungen ein Defizit von 6,8 Prozent aufwiesen. Die privaten Beherbergungen legten dagegen um 1,8 Prozent zu. Ursachen für die negative Gesamtstatistik sind die Schließung des TSV-Heims 1860 München Ost aufgrund brandtechnischer Ursachen, zudem die Aufgabe des privatwirtschaftlichen Gewerbes zweier Vermieter. Für die Saison 2018 konnten zwei neue Gastgeber gewonnen werden.
Bürgermeister Hans Nowak überreichte zum Abschied Franz Steinkirchner ein Geschenk und bedankte sich für die touristisch wertvolle Zusammenarbeit von Verkehrsverein und Gemeinde.
Als Wahlleiter vollzog er den Generationswechsel in der Vorstandschaft. Georg Paul wurde zum Vorsitzenden gewählt, unterstützt wird er von Marlene Fürste. Xare Schmid wurde als Kassier wiedergewählt, ebenso Edeltraud Hähle als Schriftführerin sowie die Kassenprüfer Sebastian Heibler und Martin Schmid. Als Beisitzer fungieren Katharina Grießenböck, Ursula Holzmaier, Ingrid Leitner, Klaus Hähle, Fanz Stelzer und Franz Steinkirchner.
„Heute Abend berührt mich ein Déjà-vu und erinnert mich an die Zeit von 1997 bis 1999. Schon damals war ich Vorsitzender des Verkehrsvereins und Marlene Fürste meine Stellvertreterin. Jetzt müssen wir uns Schuhe anziehen, die weitaus größer sind als die abgetragenen“, so das Fazit von Georg Paul zum Vorstandswechsel.rep