Vogtareuth – Die Farbe der Dachziegel an einem Neubau in Zaisering war Gegenstand einer intensiven Diskussion in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Vogtareuth.
Zur Abstimmung stand die Frage, ob man entgegen der bisherigen Übereinkunft nur rote oder braune Dachziegel zulassen soll oder eine Ausnahme zulässt. Der Bauherr möchte eine graue Dacheindeckung. Es geht also im Amtsdeutsch um eine „isolierte Befreiung“ von den Festsetzungen im Bebauungsplan.
Was für die einen Gemeinderäte eine Lapalie war, der man achselzuckend zustimmen könnte, wollten es einige grundsätzlich sehen. „Immerhin mussten sich alle anderen Bauherrn an unsere Vorgaben halten, warum jetzt der letzte in diesem Baufenster nicht“, stellte Gemeinderat Hans Bürger-Schuster die Frage in den Raum. Zudem, so bekam er Unterstützung, kenne man den genauen Farbton ja gar nicht: Hellgrau, betongrau, mausgrau?
Zudem stehe das Haus an der Ortseinfahrt, sei also eine Art „Visitenkarte“ für das Dorf. „Sieht das nicht schrill aus, weil daneben gleich ein anderes Haus mit der klassischen Farbe steht“, wurde in die Diskussion geworfen.
Schließlich erklärte ein Gemeinderat, dass er sich mit dunkelgrau anfreunden könne, aber keinesfalls nicht mit hellgrau.
„Warum geben wir dann die Farbgebung nicht ganz frei? Warum legen wir dann etwas überhaupt fest und fallen dann um“, fragte Bürger-Schuster.
Doch die Mehrheit sah darin kein Problem. „Ich bin da schmerzfrei“, warf Franz Dutz ein. Wenn’s denen gefällt.
Mit 10:4 Stimmen ging dann der Antrag auf „isolierte Befreiung“ durch. Der Bauherr darf grau eindecken.