Frasdorfer Erinnerungen zum Mitgestalten

von Redaktion

Gemeindearchivar hat mit der Topothek eine umfangreiche Online-Datenbank für Fotografien verwirklicht

Frasdorf – Seit gut zwei Jahren ist Rupert Wörndl Ortsheimatpfleger und Gemeindearchivar in Frasdorf. Im Auftrag der Gemeinde richtete er die Topothek, eine digitale Datenbank der Gemeinde im Internet, ein, die unter der Adresse www.frasdorf.topothek.de erreichbar ist. In dieser Bildersammlung mit Fotos aus den letzten 100 Jahren sind die Erinnerungen des Dorfes, alte Dorfansichten, Aufnahmen der Vereine und Privatpersonen erfasst. Mehr als 400 historische Fotografien hat Wörndl bisher erfasst und geben Auskunft über das Geschehen im Frasdorf des 20. Jahrhunderts.

Auf einer Karte ist zu ersehen, wo das Bild im Gemeindebereich entstanden ist und aus welchem Blickwinkel fotografiert wurde. Wer über einen Internetzugang verfügt, kann auf die Sammlung zugreifen und Bilder, die mit einem Fragezeichen versehen sind, kommentieren – beispielsweise mit Detailangaben zum Jahr der Aufnahme, dem Ort oder den Personen.

Bei der Bürgerversammlung in der Lamstoahalle gab Wörndl einen Überblick über seine bisherige Tätigkeit im Archiv der Gemeinde Frasdorf. Seine Hauptaufgabe sei, das Gemeindearchiv nach den geltenden Vorschriften und Regeln zusammenzustellen. „Nicht alles ist archivwürdig, bloß weil es alt ist“. so Wörndl weiter. „Es darf nicht mit der Gemeinderegistratur verwechselt werden, in der alle Akten und Vorgänge verwahrt werden, die für den laufenden Dienstbetrieb benötigt werden.“

Im Gemeindearchiv wird das gesamte Schriftgut der politischen Gemeinde verwahrt, das nicht mehr im allgemeinen Geschäftsgang gebraucht wird, aber wegen seines rechtlichen, wissenschaftlichen, kulturellen oder sonstigen Wertes dauernd aufbewahrt werden soll. Hier lagern die erhaltenen Akten der drei ehemaligen Gemeinden Frasdorf, Umrathshausen und Wildenwart, die seit ihrer Gründung bis hin zur Gebietsreform entstanden sind.

„Personenstandsurkunden des Standesamtes Wildenwart für die Priener Bürger zwischen Prutdorf und Siggenham bis 1978 sind nicht in Prien zu finden, sondern beim Standesamt in Frasdorf, dem Rechtsnachfolger des Standesamts der alten Gemeinde Wildenwart“, klärte Wörndl die Besucher auf. Weiter wird in den großzügigen Regalen im Untergeschoss alles aufbewahrt, was seit 1978 an gemeindlichen Akten erstellt wurde und aus dem täglichen Gebrauch und Bestand in den Keller zur Aufbewahrung gebracht wurde – vom Bau des Rathauses über den Kanalbau bis hin zu den Straßenbauvorhaben der Gemeinde.

Zu den wertvollen Archivalien gehören die alten Beschlussbücher und ihre Meldeunterlagen. Personenbezogene Daten unterliegen strengen Bestimmungen und dürfen an Dritte nur herausgegeben werden, wenn die gesetzlich festgelegten Fristen vergangen sind. Zu den archivwürdigen Unterlagen zählen neben Akten in Papierform und Urkunden auch Karten und Pläne sowie Bild-, Film- und Tonmaterial.

Im Frasdorfer Gemeindearchiv werden neben den ausgesonderten Gemeindeakten vor allem auch Einzelfotos und ganze Fotoalben, die familien-, orts- und heimatgeschichtlich interessant sind sowie Unterlagen der Ortsvereine gesammelt. Interessant für das Archiv ist laut Wörndl jegliches Material zu den Höfen, zu den Einzelhäusern und zu den Almen im Gemeindebereich, alle Bücher und Zeitschriften mit Ortsbezug, dazu die Zeitungsberichte der OVB-Heimatzeitungen. Diese werden seit Juni 2014 in digitaler Form gespeichert.

Kürzlich erhielt das Archiv die umfangreiche Sterbebildsammlung von Jakob Koch. Der Paulkarl-Jak hatte rund ein Dutzend dicke Alben angelegt und darin Sterbebilder, Feldpostkarten, Primiz- und Heiligenbildchen eingeklebt. Neben den Feldpostkarten, überwiegend aus dem Ersten Weltkrieg, sind vor allem die Sterbebilder interessant. Sie sind sorgfältig nach Familien und Häusern geordnet und umfassen fast alle Verstorbenen der Gemeinde Frasdorf in den letzten 100 Jahren.

Hilfe bei der Familienforschung

Das Archiv wird im Dorf mittlerweile fast täglich gebraucht – sei es für Arbeiten an der Ortschronik oder bei der Unterstützung zu Veröffentlichungen des Heimat- und Kulturvereins. Sei es beim Schreiben von Facharbeiten, Abituraufgaben oder bei der Beantwortung aller Anfragen zur Familienforschung und zur Erstellung von Stammbäumen. re

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