Eggstätt – Die Feuerwehr Eggstätt setzt auf ein neues Führungsteam und auf eine Frau an der Spitze. „Wir haben engagierte Nachwuchskräfte, die sich diese Aufgabe zutrauen“, begründete der bisherige Vorsitzende Ludwig Wörndl die Entscheidung der Vorstandschaft, nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren.
Bei den Neuwahlen wählten die Mitglieder Lisa Obermeier zur neuen Vorsitzenden. Ihr zur Seite stehen der neue Stellvertreter Severin Schwarz, Schriftführer Florian Erb, Kassier Adrian Bernauer und als Kassenprüfer Sebastian Weber senior sowie Manfred Heider. Cornelius Schwarz wird künftig als Fähnrich fungieren, Florian Erb ist zum Zweiten Fähnrich gewählt worden. Als Beisitzer komplettieren Christian Glas, Thomas Blank, Corina Unger, Thomas Schmid, Stefan Frohnhöfer, Hans Plank und Martin Leutner die neue Führungsmannschaft.
In ihrer Antrittsrede bedankte sich Lisa Obermeier bei der bisherigen Vorstandschaft für die geleistete Arbeit: „Wir als junges Team hoffen auf die weitere Unterstützung der erfahrenen Vereinsmitglieder. Nur zusammen können wir uns zum Wohl unserer Feuerwehr gut für die Zukunft und die anstehenden Aufgaben aufstellen.“
Im Vorfeld der Neuwahlen ließ der bisherige Schriftführer Herbert Fischer das abgelaufene Vereinsjahr Revue passieren. Zu den Höhepunkten gehörten dabei das Peterlfeuer Ende Juni, das in seiner zweiten Auflage wieder positiv von den Eggstätter Bürgern aufgenommen worden sei. Auch das Spritzenfest am Feuerwehrhaus sei erneut ein voller Erfolg für Organisatoren und Besucher gewesen. Auch einer der traurigsten Momente der vergangenen Jahre kam beim Rückblick zur Sprache: Denn im Oktober starb der junge Feuerwehrkamerad Benedikt Wörndl im Alter von nur 18 Jahren an den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls.
Auch der scheidende Vorsitzende Ludwig Wörndl bezeichnete in seinem Vorstandsbericht das Jahr 2017 als „erfolgreiches Vereinsjahr“. Vor allem der Frühschoppen in Maria Stein, der eigens gestaltete Altar der Feuerwehr bei der Fronleichnamsprozession sowie das auf der Anlage in Wöhr veranstaltete Otto-Weinberger-Eisstockturnier seinen auf positive Resonanz bei den Kameraden gestoßen.
Kommandant Josef Höhn zählte in seinem Bericht insgesamt 60 aktive Kameraden, zu denen auch 18 reine First- Responder-Kräfte gehören. Gerade die Tatsache, dass viele Aktive ihren Arbeitsplatz außerhalb der Gemeinde hätten, erschwere die Sicherstellung der Tageseinsatzzeit. Laut Höhn sei man in intensiven Gesprächen mit der Kreisbrandinspektion und den Nachbarwehren in puncto Änderung der Tageseinsatzzeit.
Insgesamt konnte er von 719 Einsatz- und 245 Übungsstunden sowie insgesamt 42 Einsätzen berichten. Im Ausbildungsbereich lag der Schwerpunkt in den Bereichen Digitalfunk, dem Wasserleistungsabzeichen und einem Atemschutzgerätelehrgang. Auch die Erneuerung der Tore im Feuerwehrhaus steht zusammen mit der Gemeinde auf dem Plan.
1890 Übungsstunden wurden laut Jugendwart Hans-Jürgen Oeckl von den sechs Anwärtern sowie den fünf über 18-jährigen Jugendfeuerwehrlern 2017 geleistet. Auch wenn die aktive Jugendwerbung sich durchaus schwierig gestaltet, zeigte sich Oeckl zufrieden mit dem abgelaufenen Jahr. Vor allem die Christbaumabholaktion Anfang Januar sei wieder ein voller Erfolg gewesen.
Steigende Einsatzzeiten sowie mehr als 11500 Bereitschaftsstunden wies der Bericht der First-Responder-Gruppe Chiemgau-Nord durch Vorstand Christian Glas auf. Gerade bei Feuerwehreinsätzen sei die medizinische und psychologische Unterstützung oftmals eine große Hilfe.
Im Rahmen der anstehenden Ehrungen konnte der scheidende Vorsitzende Wörndl Peter Fenzl die goldene Ehrennadel für 50-jährige Vereinsmitgliedschaft verleihen, bevor Kreisbrandinspektor Franz Hochhäuser Wörndl selbst für 40 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr Eggstätt dankte. Er überreichte Ludwig Wörndl im Namen des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann das Feuerwehrehrenzeichen in Gold sowie einen Urlaubsgutschein als Dank für seinen engagierten und verantwortungsvollen Einsatz in den vergangenen vier Jahrzehnten. re