Stephanskirchen – Schon der Chor selbst gab sich munter und quicklebendig, viele der Lieder waren – der Jahreszeit entsprechend – ans andere Geschlecht gerichtet, wie zum Beispiel „Bella Bimba“ oder „Aufs Wohl der Frauen“. Vielleicht steckte dahinter aber auch eine Hommage an Dirigentin Marion Hummel, die ihre Männer auch dieses Mal mit Charme und liebevoller Strenge voll im Griff hatte.
Waren die Sänger schon flott, brachten die vielen Jugendlichen und Kinder noch mehr Schwung ins Konzert. Den Maßstab dafür setzten die sieben bis zwölfjährigen Bläser der Stadtkapelle Stephanskirchen, die den Abend eröffneten, eine Messlatte die die junge Streichergruppe der Musikschule Rosenheim an diesem Abend aber ebenso locker erreichte wie der Kinderchor Adlmaier, der frech und jung Ausschnitte aus Max und Moritz zum besten gab.
Noch eins drauf setzte die Singklasse der Musikschule Rosenheim/St. Hedwig, da der Chor auf Französisch sang – und zwar selbst die kleinsten Mitglieder so klar und akzentuiert, dass jedes Wort zu verstehen war.
Eine hohe Vorgabe für die Erwachsenen, zweifellos, die aber der Frauenchor mit Monika Reif gerne annahm: Schon ihr Eröffnungsstück „Für Frauen ist das kein Problem“ von Max Raabe machte mit Titel und schwungvollem Vortrag klar, was Sache war: Chor mit Frauenpower.
Klar, dass da auch die Männer zeigen mussten, dass sie sich nicht zu verstecken brauchen. Wolfgang Köhler, Zweiter Vorsitzender des Vereins, spielte mit Wolfgang Zeller vierhändig am Klavier. Ihr Beethovenmedley war, dem Titel gemäß „Alles Beethoven oder was? nicht bierernst, wurde aber mit „drive“ zum Besten gegeben.
Eine Überraschung für viele war ganz offensichtlich, dass der Erste Vorstand des Männerchores, Manfred Panhans, nicht nur als Sänger zu glänzen weiß, sondern auch als Saxofonist. Seine Liedermischung unter dem Motto „Sax à gogo“ zusammen mit Wolfgang Zeller am Flügel gab der aufgekratzten Stimmung noch einen weiteren Schub.
Dafür, dass die Zuschauer zwischen all den flotten Darbietungen auch einmal zur Ruhe kommen konnten, sorgten Gudrun Linke, Francoise Peduzzi und auch der junge Elias Mädler mit Klavierstücken von Mozart über Camille Saint Saens bis zu Schostakowitsch.
Zu den ruhigeren Passagen gehörte auch der Vortrag, der an diesem Abend den allergrößten Applaus einheimste: Benno Panhans (zehn Jahre) spielte auf der Gitarre das Praeludium von Bach, dann zusammen mit seinem Lehrer Thomas Kraus zwei Flamenco-Stücke von Gerhard Graf Martinez – eine wirklich beeindruckende Leistung.