Simsseeschutzprojekt

Phosphor im Fokus

von Redaktion

Das Thema Phosphor stand jetzt im Mittelpunkt einer Versammlung zum Simsseeschutzprojekt in Hirnsberg bei Bad Endorf, an der der Abwasserzweckverband Simssee, eine Wasserschutzfirma sowie Landwirte aus der Region teilgenommen haben.

Bad Endorf – Nach Angaben von Edeltraud Wissinger, Mitarbeiterin der Wasserschutzforma Ecozept und Projektbetreuerin im Simsseeschutzprojekt, habe die Flächennutzung rund um den Simssee seit 2009 eine bedenkliche Entwicklung angenommen. Rund 3000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche steht im Einzugsgebiet des Simsssees zur Verfügung. Problematisch sei laut Wissinger vor allem die Zunahme der Ackerflächen von 470 auf 720 in den vergangenen neun Jahren und gleichzeitig die Abnahme der Grünlandflächen um rund 250 Hektar. „Da die Erosion von Ackerflächen mit Maisanbau den Haupteintragspfad von Phosphor in den See darstellt, ist das eine für die Qualität des Sees eher gefährliche Entwicklung“, erklärte Wissinger den Versammlungsteilnehmern. Helfen könnte nach Einschätzung der Fachfrau, wenn die Landwirte auf Zwischenfruchtanbau setzen würden.

Doch nicht nur rund um den Ackerbau, auch bei der Tierhaltung ist Phosphor ein Thema, wie Dr. Hubert Schuster, Koordinator des Arbeitsbereichs „Wiederkäuer- und Pferdeernährung“ am Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Grub, ausführte. So sei Phosphor ein wichtiger Baustein für die Kuh, der dem Tier helfe, Mangelerscheinungen vorzubeugen „und für viele wichtige Funktionen im Tierkörper essentiell ist“.

Eine Überversorgung mit Phosphor sei allerdings kontarproduktiv – so könne es dabei bei Rindern zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen wie beispielsweise der Bildung von Nierensteinen kommen. Den Landwirten riet er – ganz zum Wohle der Tiere und der Umwelt – sich an die Versorgungsempfehlungen der LfL zu halten und nicht den Tieren „einen vermeintlichen Sicherheitszuschlag“ zu geben. Schließlich sei Phosphor auch für Gewässer ein großes Problem, da er für Algenwachstum, Sauerstoffmangel und Fischsterben führen könne.

Projektbetreuerin Wissinger appellierte an die Landwirte, im Sinne des Seeschutzes die Tipps umzusetzen: „So kann jeder aktiven Seeschutz betreiben.“ re

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