Flintsbach – Ein Gesicht, dass über viele Jahre den Profifußball in Europa mitgeprägt hat, vergisst wohl niemand. So wunderte es auch keinen, dass die Besucher des „Tag der offenen Tür“ im Mehrgenerationenhaus Flintsbach, nicht erst auf die namentliche Ankündigung eines prominenten Sportlers warten mussten, um „ihren Paul Breitner“ mit großem Beifall zu begrüßen.
Ein sportliches Vorbild für Jung und Alt –und genau um die ging es mit dem Themen „Mehrgenerationensport“ in Flintsbach. Hier nahm er an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Was heißt hier alt? Sport geht immer“ teil.
Um sich fit zu halten, versucht er nach eigenen Angaben jeden dritten bis fünften Tag 20 Minuten zu laufen. Für ihn käme es nicht darauf an, regelmäßig und immer nach dem gleichen Rhythmus zu trainieren. Nach zwei bis drei Monaten habe sich der Körper daran gewöhnt und ging in eine Schonhaltung über. Das würde dazu führen, dass der Körper nicht mehr gereizt wird und arbeitet.
Sein Tipp: Stetige Wechsel! Nicht immer jeden Tag, nicht immer das gleiche Programm und nicht immer in der gleich Intensität trainieren. Das mache er, seit dem er aufgehört hat. „Dabei geht es mir gut“, erklärte der 66-Jährige. Jemand, der sich als 60-Jähriger einbildet, er könne Sport betreiben wie ein 30-Jähriger, läge mit seiner Meinung falsch. „Es ist die Arbeit des Kopfes, sich klar zumachen, dass man 60 Jahre alt ist – mit allem, was zum geistigen und körperlichen dazugehört.“ Er forderte die Zuschauer der Diskussionsrunde auf, einmal in ihre Altherrenfußballmannschaften zu schauen. Den nirgendwo würde so übertrieben ehrgeizig Fußball gespielt, wie dort.
Ehrgeiz bei den AH-Mannschaften
Doch nicht nur der Besuch von Fußballweltmeister Paul Breitner sorgte für großen Jubel. Auch die Visite der neuen Bayerischen Staatsministerin für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, bekam großen Applaus seitens der Besucher. Schließlich brachte die Ministerin knapp 45000 Euro Fördermittel aus dem europäischen Unterstützungsfond Leader mit. Der Betrag soll für das Projekt „Mehrgenerationensport“ eingesetzt werden.
Fast 45000 Euro
an Fördermitteln
„Bayern geht es besser als allen anderen. Aber nicht allen geht es gleich gut in Bayern. Das werden wir anpacken – nicht irgendwann, sondern jetzt“, sagte die Ministerin. Selbstbestimmt zu Hause alt werden und im Alter fit zu bleiben, sei sicherlich der Herzenswunsch von vielen Menschen. Umso mehr freute sich die Ministerin, nun das Mehrgenerationenhaus in Flintsbach bei seinen Aktivitäten zu unterstützen.
Bei dem Motto „Mehrgenerationensport – fit für 100“ würde sie sich sehr freuen, wenn in einigen Jahrzehnten viele Briefe des dann amtierenden Bundespräsidenten in Flintsbach eingingen, um den dort lebenden 100-Jährigen zum Geburtstag zu gratulieren.