Brannenburg – Im Bereich der Hegegemeinschaften Rosenheim und Inntal läuft zur Zeit offensichtlich alles bestens. Das zumindest war die eindeutige Aussage aller Festredner, zu denen unter anderem Landtagsabgeordneter Otto Lederer, Landrat Wolfgang Berthaler und Brannenburgs Bürgermeister Mathias Jokisch gehörten.
Er habe, so Landrat Ber-thaler, bevor er zur Hegeschau gekommen sei, sich natürlich in seinem Haus umgehört, ob es irgendwelche Probleme gebe. Die eindeutige Antwort sei „Nein“ gewesen, zwischen Waldbauern und Jägern herrsche ein gutes Verhältnis. Und Jokisch führte die, wie er sagte, entspannte Stimmung auf die Tatsache zurück, dass man wieder miteinander rede.
Ganz in diesem Sinne war auch der Redebeitrag von Georg Höhensteiger zu verstehen, dem Ersten Vorsitzenden der Waldbauernvereinigung. Er bat schlicht darum, die gute Zusammenarbeit und den engen Austausch weiterzuführen, denn nach wie vor sei das Bemühen, den Wald wieder hochzubringen, eine große Aufgabe. Eine positive Haltung, die auch von amtlicher Seite geteilt wurde: Marius Benner, der neue Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten sah derzeit keine Probleme: zwischen Forst, Waldbesitzern und Jägern laufe es einwandfrei.
Einer der Punkte in denen die Belange von Forst, Waldbesitzern und Jägern eng verzahnt sind, sind die gemeinsam erstellten Abschusspläne. Andreas Oeckl von der Unteren Naturschutzbehörde zeigte sich mit ihrer Erfüllung im abgelaufenen Jagdjahr voll zufrieden: Nicht immer könnten 100 Prozent erreicht werden, eine Abschussquote von 85 Prozent wie beim Rotwild „ist gut, wenn der Wald passt“.
Eine nähere Aufschlüsselung der Strecke gab Jagdberater Fritz Pichler: In der Hegegemeinschaft Inntal wurden 52 Hirsche erlegt, vier in der Altersgruppe I (Hirsche ab elf Jahren), neun in der Altersgruppe II und 39 in der Altersgruppe III (Hirsche bis zum vierten Lebensjahr). Dazu kamen 128 Stück Kahlwild (35 Alttiere, 28 Schmaltiere, 65 Kälber). Beim Rehwild wurden 236 Böcke, 218 Geißen und 165 Kitze erlegt, dazu kamen 89 Stück Fallwild. Beim Gamswild wurden insgesamt 163 Stück erlegt – 42 Böcke sowie 121 Geißen, Jahrlinge und Kitze.
Die Abschusslisten machten indirekt auch deutlich, dass die Probleme mit dem Schwarzwild, mit denen andere Regionen schwer zu kämpfen haben, das Inntal noch nicht erreichten: Während in der Kreisgruppe Bad Aibling immerhin schon 75 Wildschweine erlegt wurden, war es im Inntal kein einziges. Man müsse sich aber auf die Probleme vorbereiten, so Veterinärrat Dr. Otterbein, und dabei unter Umständen zum Instrument der Anordnung zur Bejagung greifen.
Klare Absage an Nachtsichthilfen
Eine Ansicht, gegen die sich Werner Zwingmann, der Vorsitzende der Jägervereinigung Rosenheim ebenso eindeutig wandte wie gegen die Idee von Landrat Berthaler, im Falle eines Falles zu Nachtsichthilfen zu greifen.
So positiv die Bilanz der Hegeschau ausfiel, für den Landtagsabgeordneten Otto Lederer wäre die Arbeit der Jäger an einem Punkt noch etwas zu optimieren. Er wünschte sich noch mehr Öffentlichkeitsarbeit, denn immer noch wüssten zu wenige Leute, was eigentlich hinter der Jagd steht und könnten die Jäger deshalb nicht als das sehen, was sie eigentlich seien: ausgleichende Naturschützer.jt