Oberaudorf – Für die Zukunft ist eine Kombination aus Kindergarten und Mehrgenerationenhaus geplant.
Seit 1997 betreibt die Gemeinde Oberaudorf in Niederaudorf eine Kindertagesstätte. Im Laufe der Jahre musste diese ständig erweitert werden. Aufgrund der heutigen Anforderungen und auch im Hinblick auf die Geburtenzahlen und dem daraus resultierenden steigenden Betreuungsbedarf sei eine Erweiterung nötig, so Bürgermeister Hubert Wildgruber. Und mit Nachdruck meinte er: „Die Sache ist dringlich!“
Fachkräfte und ein Projektteam hätten sich deshalb in den vergangenen Monaten eingehend mit der Thematik befasst und verschiedene Standortoptionen geprüft: Etwa nördlich des Gemeindefriedhofs Niederaudorf, im Bereich der evangelischen Kirche Oberaudorf oder im Anschluss an das alte Feuerwehrhaus in der Ortsmitte. Nach eingehender Abwägung sei man, so der Bürgermeister, zu dem Schluss gekommen, das im Eigentum der Gemeinde befindliche ehemalige Hallenbadgelände für den Kindergartenneubau zu nutzen.
Im Haushalts- und Finanzplan bis 2021 wurden dafür jetzt 50000 Euro an Planungskosten und 1,85 Millionen Euro an Investitionskosten (Zeitraum 2019 bis 2021) für einen auf drei Gruppen ausgelegten Kindergarten eingestellt. Groben Schätzungen zufolge geht die Gemeinde von etwa 1,35 Millionen Euro an staatlichen Zuweisungen aus.
Der Bedeutung der Grundsatzentscheidung gemäß entwickelte sich die Diskussion im Gremium sehr kontrovers. Hans Georg Kloo (Bürgergemeinschaft Pro Oberaudorf) regte an, den neuen Kindergarten mit dem schon bestehenden am neuen Standort zusammenzulegen. „Warum braucht man nochmal einen“, so seine Frage. Bürgermeister Wildgruber führte dazu aus, dass laut Meinung der Fachleute eine Entzerrung der Einrichtungen von Vorteil sei.
Hans Seebacher (Pro Oberaudorf) sprach sich entschieden gegen den Bau eines Kindergartens an diesem Standort aus. Seiner Meinung nach biete das ebenfalls im Eigentum der Gemeinde befindliche Grundstück am alten Feuerwehrhaus die gleichen Vorzüge. Mit Blick auf die derzeitigen Quadratmeterpreise generiere das ehemalige Hallenbadgelände „beträchtliches Bürgervermögen“. Diese weitreichende Entscheidung erfordere, so Seebacher, „die Bürger durch ein Ratsbegehren heranzuziehen“.
Gemeinderat Stephan Bruhn (Freie Wähler) entgegnete, dass das Grundstück hinter dem Dorfweiher allein von seiner Lage her für private Bauwerber wesentlich mehr wert sei als das Hallenbadgelände. Seiner Meinung nach sprechen Größe, Zentralität und Entwicklungspotenzial eindeutig für den nun vorgeschlagenen Standort. Bruhn: „Das ist ein Gelände für Junge und Alte.“
Gemeinderat Martin Gruber (CSU) scheute sich, „das beste Stück von Oberaudorf“ für einen Kindergarten zu verwenden. Er sieht im Gelände an der evangelischen Kirche den optimalen Standort für den Kindergarten. Für seinen Parteikollegen Martin Baumann werden hinsichtlich der Argumentation, man brauche als Tourismusgemeinde noch mehr touristische Einrichtungen, die Prioritäten falsch gesetzt: „Es ist das Richtige, was wir mit diesem sogenannten Filetstück tun können. Unsere Kinder sollen den Platz da draußen bekommen.“
Mit 11:3 Stimmen für Hallenbadgelände
Mit 11:3 Stimmen wurde der Grundsatzbeschluss auf Errichtung einer weiteren Kindertagesstätte als Erweiterung des bestehenden Kindergartens Niederaudorf auf dem ehemaligen Hallenbadgelände gefasst.
Die Verwaltung Oberaudorf wurde beauftragt, die erforderlichen Maßnahmen wie Bauleitplanung, Bedarfs- und Finanzierungsplanung, Zeitplan, Freimachung des Geländes sowie Personalplanung einzuleiten.