Amerang – Für die Inbetriebnahme und Weihe eines neuen Fahrzeugs für den „Bürgerbus Chiemsee“ kam in Amerang beim Feuerwehrhaus eine große Runde aus Bürgerbusfahrern, Kommunalpolitikern und weiteren Unterstützern zusammen und würdigte die Einzigartigkeit dieses Projektes in ganz Südbayern. Denn die Bürgerbuslinie im nordwestlichen Chiemgau verbindet nun seit 15 Jahren Haltestellen in den zehn Gemeinden Amerang, Pittenhart, Obing, Eggstätt, Bad Endorf, Rimsting, Prien, Breitbrunn, Gstadt und Seeon-Seebruck ausschließlich mit ehrenamtlichen Fahrern, aber als öffentliche Linie, mit eigener Linienkonzession des RVO und eigener Liniennummer 9480 sowie festem Platz in den Fahrplänen der RoVG, der Verkehrsgesellschaft von Landkreis und Stadt Rosenheim.
200000 Kilometer in drei Jahren
Die RoVG least den Kleinbus und sorgt für die notwendigen Versicherungen für Bus und Fahrer. Da der Bus innerhalb von drei Jahren fast 200000 Kilometer zurücklegt, wird er nach diesem Zeitraum regelmäßig alle drei Jahre ausgetauscht. Der nun sechste Bus ist wieder bestens ausgerüstet mit elektrischer Seitentüröffnung auf Knopfdruck des Fahrers und funktionellen Einstiegshilfen, diesmal auf Wunsch einiger Fahrer auch mit Tempomat.
Die Gemeinde Amerang stellt den Stellplatz für den Bus zur Verfügung und ist Startpunkt für die Tour durch Chiemgauer Seenplatte und Chiemseegemeinden. So begrüßte Amerangs Bürgermeister Augustin Voit als „Hausherr“ seine Bürgermeisterkollegen aus den – auch finanziell – beteiligten Gemeinden, den Rosenheimer Landrat Wolfgang Berthaler und Traunsteins stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber – die beiden Landkreise unterstützen als Projektpartner den Linienbetrieb des „Bürgerbus Chiemsee“ finanziell und organisatorisch – und den selbst im Einzugsbereich des Bürgerbusses lebenden Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner.
Das Projekt „Bürgerbus“ ist eine Initiative der Chiemseeagenda des Abwasser- und Umweltverbandes Chiemsee (AUV), der weiterhin bei der Organisation mitwirkt. Der AUV-Vorsitzende, Rimstings Bürgermeister Josef Mayer, bedauerte, dass man den Bürgerbus noch nicht auf Elektroantrieb umstellen konnte. Doch ein Elektro-Kleinbus mit der Reichweite der vom Bürgerbus an einem Betriebstag gefahrenen 325 Kilometer sei derzeit nicht lieferbar. Daher habe man für die nächsten drei Jahre noch auf eine gegenwärtig greifbare saubere Lösung zurückgegriffen, einen Diesel mit AdBlue-Technik, der das Abgas nachreinigt.
Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler bezeichnete das Engagement der 30 ehrenamtlichen Fahrer, die so den Betrieb der Linie „Bürgerbus Chiemsee“ ermöglichen und eine Lücke im Netz des Öffentlichen Nahverkehrs in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein schließen, als „gelebtes Ehrenamt“. „Diese Ehrenamtlichen erfüllen eine wichtige Aufgabe“, ergänzte seine Traunsteiner Kollegin Resi Schmidhuber, „sie bringen die angefahrenen Gemeinden in Verbindung mit der großen weiten Welt“.