Rohrdorf – Von außen sieht der kleine Flitzer durchaus ansprechend aus: Die schwarz-grüne Lackierung steht ihm gut, und das dick aufgepinselte Zeichen für Elektromobilität lässt die anderen Verkehrsteilnehmer neugierig rüberschauen. Viele von ihnen trauen dem Smart Forfour nicht viel Power zu. Dass die Testfahrerin aber auch mit 80 km/h noch locker beschleunigen kann, verwundert so manche anderen Verkehrsteilnehmer.
Der Abzug an der Ampel ist flott, aber nicht turbomäßig. Das Automatikgetriebe schaltet sicher und stufenlos durch, ohne Ruckeln, ohne Durchhängen.
Und dann geht es dahin wie in einer Sänfte. Das Auto schwankt nicht, liegt sicher auf der Straße und ist vor allem eines: super leise – dank des fehlenden Verbrennungsmotors. Sogar das Rollen der Räder ist kaum wahrzunehmen.
Für Stadt- und Landbewohner sicher eine Wohltat, wenn mehr Autos mit Elektroantrieb unterwegs wären: Kaum Geräuschkulisse, keine Auspuffabgase.
Diese fast lautlose Fortbewegung hat allerdings auch einen gravierenden Nachteil: das Überraschungsmoment für andere Verkehrsteilnehmer. Wer am Straßenverkehr teilnimmt, hört auch auf die anderen Autofahrer, Radler, Fußgänger. Besonders gefährdet sind hier Kinder. Sie rechnen einfach nicht damit, dass da plötzlich wie auf leisen Pfoten ein Auto daher kommt.
Selbst eine Gruppe Rennradler, allem Anschein nach gestandene Männer, waren erst durch Hupen dazu zu bringen, nicht zu viert nebeneinander auf der Straße zu fahren. Sie hatten den E-Smart Forfour einfach nicht gehört. Aber auch die Testfahrerin musste sich erst daran gewöhnen, dass selbst Katzen und Hunde in letzter Sekunde verschreckt zu Seite sprangen – so fast unhörbar läuft das Auto.
Einparken?
ein Kinderspiel
Fix und ohne langes Rangieren lässt sich die „Rennsemmel“ einparken. Wer mit einem Mittelklassewagen in einem Parkhaus in die letzte, schmale Lücke will, muss manchmal ganz schön rangieren. Mit dem schnuckeligen E-Auto hat man ruck-zuck eingeparkt.
Der Innenraum des Smart ist ordentlich ausgestattet, allerdings nicht luxuriös. Wer Ledersitze, beheizbares Lenkrad und extra-viele Helferlein gewöhnt ist, muss sich umstellen. Die Sitze sind bequem, gut gepolstert, in jede Lage zu verstellen, selbst Nachfahrautomatik und Freisprechanlage sind möglich.
Gewöhnungsbedürftig ist das Anlassen: Schlüssel einmal im Schloss umdrehen, es erscheint die grün-leuchtende Schrift „ready“ und los geht’s. Es braucht seine Zeit, bis man kapiert, dass man schon losfahren kann.
Rund 130 Kilometer Reichweite sind ordentlich für die tägliche Fahrt zur Arbeit, zum Einkaufen oder die Kinder zum Sport zu kutschieren. Nach München oder Salzburg wird’s schwierig. Allerdings gibt es zum Beispiel in der Mozartstadt etliche E-Tankstellen. Während des Aufladens gemütlich shoppen und Einspänner trinken – dann passt es wieder.
Der Aufladevorgang ist mühelos. Einfach an eine normale Steckdose abends anstecken und morgens losfahren. Noch besser: Solarmodul aufs Dach. Warum eigentlich nicht?
Fazit der Testfahrerin über den Smart Forfour electric drive: Praktisch, wendig, Power am Start, vier Türen, geräumiger Innenraum, ordentlicher Kofferraum, für Kurzstrecken bestens geeignet. Mit einem Wort: ein Frauenauto. Und das E-Fahren gibt ein gutes Gefühl: Der CO2-Fußabdruck ist minimal. Da können all jene Angeber-SUV-Fahrer noch so von oben herabschauen. Die Zukunft gehört dem E-Mobil.