Ehrungen beim Obst- und Gartenbauverein

Alte Obstsorten unbedingt erhalten

von Redaktion

Zwei Höhepunkte verzeichnete die Jahresversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Höhenmoos: Drei verdiente Mitglieder wurden besonders geehrt, zudem sprach der neue Vorsitzende Georg Loferer, ein ausgewiesener Obstbaufachmann, über das Thema „Alte Obstsorten – neu entdeckt“.

Rohrdorf – Das letzte Gartenjahr war durch Spätfröste und entsprechend geringe Erträge geprägt. Daran erinnerte Vorstand Georg Loferer ebenso, wie an den letztjährigen Ausflug zur Gartenschau nach Pfaffenhofen, begleitet mit Fotos von Korbinian Wagner und kommentiert von Claudia Leider, die wiederum den geplanten Ausflug ins Berchtesgadener Land vorstellte.

Bürgermeister Christian Praxl hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Gartenbauvereine für die Gemeinde hervor und lobte das Engagement des neuen jungen Vorstandes Loferer.

Für außergewöhnliche Leistungen zum Wohle des Vereins nahm der stellvertretende Kreisvorsitzende Thomas Pummerer besondere Ehrungen vor, die er humor- voll mit Tuba und Gstanzl einleitete. Josef Gaßbichler überreichte er für 40-jährige Tätigkeit als Erster Vorstand das Ehrenzeichen am Bande des bayerischen Landesverbandes für Gartenbau. Pummerer hob hervor, in welch krisenhafter Zeit Gaßbichler, noch dazu als erst 26-Jähriger, die Verantwortung für den Verein übernommen hatte. Der Bürgermeister bedankte sich im Namen der Gemeinde mit Urkunde und Geschenk. Ein halbes Jahrhundert war Georg Hochreiter Kassier des Vereins. Dafür bekam er das selten vergebene Ehrenzeichen mit Kranz, ebenfalls gestiftet vom Landesverband. Marianne Unterseher erhielt für ihre 24-jährige Tätigkeit als Beisitzerin das Ehrenzeichen in Silber. Vorstand Loferer überreichte Gaßbichler und Hochreiter je einen Feigen- und Nußbaum. Einen Gutschein samt Zierpflanze übergab er an Marianne Unterseher.

Mit dem Vortrag „Alte Obstsorten – neu entdeckt“ stellte sich Vorstand Loferer den Mitgliedern auch als versierter Obstbaufachmann vor. Das von ihm betreute, seit 2015 bestehende Obstbaum-Kartierungsprojekt,das alle südlichen Landkreise von Weilheim bis Berchtesgadener Land umfasst, habe zum Ziel, die Sortenvielfalt zu überblicken und deren langfristigen Erhalt zu sichern.

Viele schlecht gepflegte Obstgärten und ein rückläufiges Wissen über Obstbau erschwerten diese Aufgabe. Allerdings sei auch ein wachsendes Interesse an alten Obstsorten festzustellen. Welch ungeheure Sortenvielfalt es im Kartierungsgebiet nach wie vor gebe, zeige die Tatsache, dass bisher nur 178 Apfel- und Birnensorten sicher bestimmt werden konnten, während 222 Fruchtproben selbst von ausgewiesenen Experten der Untersuchungsanstalt für Obst am Bodensee nicht definiert werden konnten.

Besonders bei vielen lokalen Schnaps-, Most- oder Dörrbirnen seien die Namen gänzlich unbekannt. Sorgen bereite, wie Loferer weiter ausführte, dass in der modernen Apfelzüchtung etwa von 500 Sorten, die weltweit gezüchtet wurden, 480 von den Sorten Golden Delicious, Cox Orange, Jonathan und McIntosh abstammten und somit die Inzucht voranschreite. Dies führe zu krankheitsanfälligeren Sorten mit hohem Bedarf an chemischem Pflanzenschutz.

Dieser Entwicklung kann man Loferer zufolge gegensteuern durch gezieltes Pflanzen und Veredeln alter, robuster, heimischer Sorten. Den Schatz der Sortenvielfalt gelte es zu bewahren. Ein Erfolg sei aber erst in Jahrzehnten zu erwarten.re

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