Gartenbauverein Nussdorf mit Muttertagswerkstatt

Das perfekte Muttertagsfrühstück

von Redaktion

Ein Hauch von Weihnachts- oder Osterwerkstatt war zu verspüren. Ein klein wenig geheimnisvoll und hinter verschlossenen Türen machten sich rund 20 Gartenkinder vom Nußdorfer Obst- und Gartenbauverein ans Werk. Ihr Ziel: ein Muttertagsgeschenk selber basteln.

Nußdorf – Schließlich sollten die Muttis und Mamas ja nicht schon vorher zu Gesicht bekommen, was an Muttertag einmal auf dem Frühstückstisch stehen wird.

Vereinsvorsitzende Maria Liegl hatte das notwendige Werkzeug bereitgelegt: Scheren, Basteldraht, buntes Papier, Pinsel und Farben durften nicht fehlen.

Als Bastelmaterial kamen selbstverständlich nur Materialien aus der Natur oder aus dem Garten in Frage. Und so kamen ausgediente Blumentöpfe, Kannen oder diverse Holzbretter zum Einsatz. Einige Kinder hatten bereits Wochen vorher Gegenstände gesammelt, die ihnen als Grundlage für ihre Bastelideen dienen sollten.

Der Verein stiftete dann noch fehlendes Accessoire und diverses Kleinmaterial.

„Unsere Gartenkinder wollten nicht auch noch den Muttertag zum Konsumspektakel abwerten und haben die Initiative ergriffen, etwas eigenes zu basteln“, sagte Maria Liegl. „Muttertag ist ein besonderer Tag für meine Mutter und für mich. Da soll mein Geschenk etwas persönliches sein, von Herzen kommen und nicht aus dem Versandhandel,“ so eine junge Gärtnerin. Ein anderer junger Gärtner berichtet, dass ein selbst gebasteltes Muttertagsgeschenk bereits seit vielen Jahren das heimische Fensterbrett ziere und die Mutter sich gelegentlich gerne an diesen Muttertag erinnert.

Nach einer kurzen Lagebesprechung ging es dann unter Anleitung versierter Vereinsmitglieder zur Sache. Da wurde geklopft und gehämmert, an Verzierungen gemalt und gegärtnert. „Fertig“, hieß es nach kurzer Zeit aus einer Ecke und siehe da, bunt verziert und aufgepeppt sahen zuvor noch wertlos scheinende Gegenstände schon ganz anders aus. Stolz zeigte eine der kleinen Gärtnerinnen ein bunt bemaltes Blumenbrett mit Blumen in kleinen Pflanztöpfchen. „Aus Alt mach Neu – schön und kinderleicht selbst gemacht“, erklärte Maria Liegl.

An einigen Tischen wurde es sogar poetisch. Nach kurzer philosophischer Betrachtung des Themas „Muttertagsgedichte“ und einer anschließenden Diskussion, ob man das nur zu Papier bringen oder auch feierlich rezitieren soll, sagte eine kleine Künstlerin: „Muttertag ohne Gedicht, das geht nun wirklich nicht.“ Sie stutze ein wenig und stellte fest: „Hoppla, das reimt sich ja sogar.“ Wer es bis dahin noch nicht wusste: Reimen kann ansteckend sein. Denn plötzlich fluteten dutzende von Reime und Sprüche förmlich den Raum. Ein literarisches Muttertagspräsent nach dem anderen erblickte in der kurzfristig installierten Ideenwerkstatt das Licht der Welt. Schiller, Goethe und Morgenstern hätten ihre helle Freude gehabt. Die Kinder jedenfalls hatten einen Riesenspaß dabei.

Dann wurden noch ein paar Tipps ausgetauscht, wie „ein einzigartiges und perfekt gelungenes Muttertagsfrühstück“ inszeniert werden muss. Schnell stellte sich heraus, dass das Eindecken des Tisches, das Zubereiten des Kaffees, Kochen von Eiern oder das Bereitstellen einer reichlichen Auswahl verschiedener Brotsorten eigentlich nur zum „Standardfrühstück“ gehöre, aber keinesfalls den Ansprüchen eines solchen Tages genüge. Schnell entfalteten sich wahre Organisationstalente. Während die Kinder noch ihre Ideen austauschten, war die Bastelstunde auch schon vorbei und die Geschenke für die Muttis längst fertig. Weil es so einfach ging, entstanden gleich noch Geschenke für die Großmütter.

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