Interview mit Bürgermeister Rudolf leitmannstetter aus Vogtareuth

Punktevergabe sorgt für Transparenz

von Redaktion

Kriterien für das Einheimischenmodell in Vogtareuth nochmals in Ratssitzung am Dienstag beraten

Vogtareuth – Das Thema Einheimischenmodell treibt den Gemeinderat Vogtareuth um. In der nächsten Sitzung am kommenden Dienstag, 15. Mai, steht es erneut auf der Tagesordnung. Dann soll abschließend darüber beraten werden. Die OVB-Heimatzeitung befragte Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter, wie er darüber denkt.

Was ist das Ziel des Einheimischenmodells in Vogtareuth?

Das oberste Ziel sollte es sein, jungen Familien mit Kindern günstige Wohnbaugrundstücke anzubieten. Die Nachfrage von jungen Menschen, die teilweise wegen Wohnraumnot in andere Gemeinden oder auch in die Stadt gezogen sind und sich gerne wieder in ihrer Heimatgemeinde niederlassen wollen, ist nach wie vor sehr hoch. Ein Ziel des Einheimischenmodells ist es auch, durch einen günstigen Baugrundpreis den einheimischen Normalverdienern die Schaffung von Wohnraum zu ermöglichen.

Aktuell werden in der Gemeinde „verbindliche Richtlinien“ dazu ausgearbeitet. Welche Schwerpunkte sollen gesetzt werden? Welche Punkte sind Ihnen dabei wichtig?

Wir im Gemeinderat haben es uns nicht leicht gemacht. Es waren einige Sitzungen notwendig, um zu diesem Thema klare Richtlinien zu erarbeiten. Wie der Name schon andeutet, sollen hier Grundstücke für Einheimische geschaffen werden. Dabei ist es mir besonders wichtig, dass die Ortsbezugskriterien wie Wohnsitz und der Beitrag im Ehrenamt besonders gewichtet und damit auch honoriert werden.

Die Punktevergabe soll für Gerechtigkeit und Transparenz sorgen. Klingt gut, ist aber in der Praxis schwierig. Wie sehen Sie das?

Ich denke, mit dem klar definierten Punktesystem kann jeder selbst ausrechnen, wie groß seine Möglichkeiten und Chancen sind, ein vergünstigtes Grundstück zu erhalten. Das Vergabesystem ist einfach und absolut transparent. Es muss auch bei Streitigkeiten gerichtlich belastbar sein.

Eine Hürde sind zweifelsohne die noch fehlenden Grundstücke für das geplante Einheimischenmodell. Im Gemeinderat gibt es dazu unterschiedliche Ansichten, wie die Gemeinde diese erwerben könnte. Wie ist da Ihre Sicht der Dinge?

Es gibt natürlich bereits einige Flächen, die jetzt schon im Eigentum der Gemeinde sind, die einer Bebauung zugeführt werden könnten. Diese Baulandausweisungen im Außenbereich und in Zaisering sind jedoch erst mit einer gesicherten Wasserversorgung möglich. Es können bereits seit vielen Jahren keine Baugebiete mehr wegen des Baustopps ausgewiesen werden.

Für künftige Baulandausweisungen ist mit der geplanten Einheimischen-Richtlinie auch eine klare Regelung geschaffen. Jeder Grundbesitzer weiß im Voraus, wie viel er für die Einheimischen-Regelung abtreten muss, wenn er seine Fläche als Bauland ausweisen lassen möchte. Auch für die abzutretende Fläche wird der Verkehrswert mit der Wertsteigerung klar definiert. Auch hier ist durch die festgelegte Regelung der Ausweisung von Bauland auf privaten Flächen eine nachvollziehbare und transparente Vorgehensweise gewährleistet.

Interview: Sigrid Knothe

Artikel 1 von 11