Sachrang – „Ich habe immer ein ganz eigenes Gefühl im Bauch, wenn ich hier am Sachranger Kriegerdenkmal stehe und darauf meinen eigenen Familiennamen und die Namen meiner unmittelbaren Nachbarn lese“, so der Zweite Bürgermeister von Aschau, Max Pfaffinger, beim Veteranenjahrtag der Krieger- und Soldatenkameradschaft Sachrang (KSK). „Noch intensiver entwickelt sich dieses Gefühl, wenn ich mir die Porträtaufnahmen der Gefallenen und Vermissten in der Alten Schule anschaue. Zu sehr gleichen die Gesichter denen der Verwandten und der Nachbarn und die Familienähnlichkeit holt diese uns allen unbekannten Menschen aus der Anonymität in die Gegenwart zurück. Ich denke unwillkürlich an ihre Familien und daran, dass so etwas nie wieder passieren darf.“
Der Vorstand der Krieger- und Soldatenkameradschaft Sachrang (KSK), Herbert Hoyer, der Ehrenpräsident des Tiroler Kameradschaftsbundes Hermann Hotter und Bürgermeister Max Pfaffinger hielten am Kriegerdenkmal die Ansprachen zum Jahrtag. Hoyer erinnerte an 73 Jahre Frieden in Deutschland, diesen gebe es nicht zum Nulltarif, der Friede müsse jeden Tag von Neuem erkämpft und erworben werden.
Seit 1952 kommen die Sachranger Veteranen zum Gedenken an die Vermissten und Gefallenen des Oberen Prientales der beiden großen Kriege des letzten Jahrhunderts zusammen. Der Sachranger Verein ist jedoch viel älter und geht auf das Jahr 1869 zurück.
„Kriege sind unvernünftig – in vielen Ländern ist eh schon nichts da und das wenige wird bei diesen permanenten Auseinandersetzungen auch noch zerstört“, so Pfarrer Johann Weindl in der Sachranger Pfarrkirche St. Michael.
„Wir gedenken auch aller, die überall auf der Welt der Bundesrepublik Deutschland getreu ihrem Eide dienen und dabei jeden Tag ihr Leben riskieren“, erklärte Herbert Hoyer bei der Feierstunde mit Kranzniederlegung.
Der Patenverein aus Schleching, die Kriegervereine aus Erl, Kössen, Niederndorf und Walchsee, eine Abordnung der Kaiserjäger aus Kufstein, der Aschauer Veteranenverein sowie die Sachranger Dorfvereine beteiligten sich am Festgottesdienst mit Pfarrer Johann Weindl in der Kirche Sankt Michael und am Libera am Kriegerdenkmal, gehalten von Diakon Hans Weber.