Querungshilfe statt Ampel am Flintsbacher Ortseingang

Rettende Insel

von Redaktion

Eine Ampelanlage am Flintsbacher Ortseingang hat das Landratsamt abgelehnt. Nun zeichnet sich aber eine andere Lösung ab, um schwerwiegenden Unfällen mit Fußgängern entgegenzuwirken. Eine Verkehrsinsel soll dort für mehr Sicherheit sorgen.

Flintsbach – Direkt am Flintsbacher Ortseingang, von Brannenburg her kommend, liegen gegenüber dem Friedhof die Buchten einer Bushaltestelle. Erst im Januar kam es hier zu einem tödlichen Verkehrsunfall, als eine Fußgängerin in Höhe der Haltestelle von einem Auto erfasst wurde. An dieser Stelle überqueren viele Kinder und Jugendliche die Staatsstraße, um zu den Bussen zu gelangen. Oft würden sie dort quietschende Reifen oder Hupen hören, sagen Anwohner. Auch für die zumeist älteren Friedhofsbesucher sei es manchmal sehr schwer, die Straße zu queren, so die Einschätzung einer älteren Frau.

Die Staatsstraße führt fast geradlinig von Brannenburg nach Flintsbach hinein. Bis zum Ortseingangsschild, das nur wenige Meter vor den Busbuchten steht, darf hier mit 70 km/h gefahren werden. „Von der Polizei wurden immer wieder Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Auffälligkeiten haben sich nicht ergeben“, erklärte Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Er hatte im Vorfeld mit Verantwortlichen des Landratsamts, der Straßenverkehrsbehörde, des Straßenbauamts und der Polizei Gespräche geführt, nachdem Angehörige der Verunglückten die Errichtung einer Ampel gefordert hatten.

Doch schon kurz nach der Antragstellung kam vom Landratsamt das Aus für die Ampelanlage, da nach Ansicht der Behörde die Voraussetzungen nicht vorliegen. Eine Fußgängerampel kann nur dann errichtet werden, wenn im Kreuzungsbereich mindestens mehr als 450 Kraftfahrzeuge pro Stunde und mindestens 50 bis 100 Fußgänger in der Stunde die Straße queren, so das Landratsamt.

Nach dessen Kenntnisstand werden die erforderlichen Querungszahlen bei weitem aber nicht erreicht. Einer der Gemeinderatsmitglieder gab zu bedenken, dass sich dieser Wert jedoch schlagartig ändere, wenn es auf der A93 zu einem Stau oder sogar zur Sperrung der Autobahn käme.

Eine Lösung zeichnet sich nun nach einem Gespräch mit Vertretern des Straßenbauamtes Rosenheim ab, als die Errichtung einer Überquerungshilfe erörtert wurde, berichtete Stefan Lederwascher. Diese Verkehrsinsel könnte auf Höhe der bestehenden Busbuchten eingerichtet werden. Eine zusätzliche Aufweitung der Staatsstraße in diesem Bereich sei nicht erforderlich.

Haltestelle muss verschoben werden

In Fahrtrichtung Brannenburg müsste die Bushaltestelle allerdings nach Norden verschoben werden. In Fahrtrichtung Oberaudorf könne auf eine Bushaltebucht sogar verzichtet werden. Unter fahrdynamischen Gesichtspunkten muss die Straße beidseitig verzogen werden. Anpassungsarbeiten seien an den Einmündungen der Tatzelwurmstraße und Alpenstraße sowie beim Geh- und Radweg notwendig. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorhaben einstimmig zu.

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