Pittenhart – Beim von Karl-Heinz Fürst aus Truchlaching organisierten und moderierten Volksmusik-Hoagart in der „Alten Zollstation“ in Pittenhart wurden die zahlreichen Volksmusikinteressierten mit Auftritten hochkarätiger Protagonisten der alpenländischen Volksmusik aus der Region und schwungvollem Musizieren erfreut. Das Publikum genoss die besondere Atmosphäre in der Wirtshausstube, die durch das lockere Beisammensein von Musikanten und Zuhörern entstand, bei dem man den Musizierenden ganz genau auf die Finger schauen konnte.
Die Lokalmatadoren, die „Hanslboarischen“, waren natürlich gern in die heimatliche „Zollstation“ gekommen und machten von Beginn an klar, dass es ein gemütlicher Abend werden würde. Die Musiker kennen sich aus der Obinger Blaskapelle, in der auch viele Pittenharter Nachbarn mitspielen. Drei mit Vornamen Hans – Hans Hainz, Hans Heider und Hans Ober – wollten „amal a gscheide Blechmusi macha“, erklärte Hans Hainz, später gewannen sie noch Rudi und Thomas Perreiter für ihr Vorhaben dazu.
Mit Stücken wie dem „Stromnomaden-Walzer“ und „Der lustige Bertl“ sorgten die Fünf für Schmunzeln und tanzlmusimäßig für Stimmung in der „Alten Zollstation“. Genauso schwungvoll, wenn auch ohne die lauten Töne der Blechbläser, spielten die Jungen von der „Knopf-Soatn-Musi“ aus Obertaufkirchen, Maxi und Felix Vogel, mit Ziach und Kontrabass auf, an diesem Abend nämlich überließ ihnen Vater Ralf Vogel allein das Feld. Mit dem langen langsamen Vorspiel ihres „Fünf-vor-Zwölf-Boarischen“ und dem schnellen tänzerischen Teil zeigten die Jungen die große Bandbreite ihrer musikalischen Fähigkeiten, die ihnen zusammen mit dem Vater 2016 gleich zwei renommierte Volksmusikpreise eingebracht hatte: den Wasserburger Löwen und den Traunsteiner Lindl.
Die „Alzauer Stubn-Musi“ aus Trostberg ergänzte das Programm mit leiseren, auch mal getrageneren Tönen. Eine ganz eigene Note brachte der Gesangsbarde Miche Berneder aus Hittenkirchen ein. Nur mit Gitarre und Stimme zog er die Zuhörer so in den Bann, dass die meisten die Refrains lauthals mitsangen – vielleicht deshalb weil hier im Couplet-Stil das reale Leben besungen wurde, beispielsweise die Probleme des Älterwerdens.
Verserlschmied sorgt für Abwechslung
Für Auflockerung zwischen den musikalischen Teilen sorgte neben Karl-Heinz Fürst selbst der Verserlschmied Josef Obermüller aus Prien mit humorvollen Versen und Geschichten. Neben dem Alltagsleben wurde sogar die aktuelle Politik auf amüsante Weise zum Thema gemacht. Obermüller trug auf die Melodie von der Schönheitskönigin von Schneizlreuth sein Lied auf Angela Merkel vor, die Schönheitskönigin der Uckermarck.
Nach dem offiziellen Schluss war der musikalische Abend in der „Alten Zollstation“ noch lange nicht zu Ende, denn die Musikanten nutzten ihr Zusammentreffen mit Begeisterung aus und spielten ganz hoagartmäßig locker-beschwingt einfach weiter – in wechselnden Kombinationen.igr