Aschau – „Je mehr künftig über dem Priental die Sonne scheint, umso besser ist es für die Gemeinde. Umso mehr Strom können wir auf den Hausdächern selber erzeugen“, freute sich Bürgermeister Peter Solnar bei der Übernahme der dritten Bürgersolaranlage der Bürgerenergie Chiemgau auf dem Dach der Kindertagesstätte Spatzennest in diesem Jahr.
„Mit dieser Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Tagesstätte erzeugen wir über 70 Prozent des Stromes, der das ganze Jahr im Haus verbraucht wird. Diesen Strom müssen wir nicht bezahlen, den liefert uns die Sonne kostenlos“, sagte David Schmidtner, Energiebeauftragter der Gemeinden Aschau und Bernau.
Die drei Gemeinden Aschau, Bernau und Frasdorf sind der Vorreiter eines neuen Konzepts: Sie stellten die Dächer ihrer Häuser der Genossenschaft zur Verfügung. Diese errichtete dann die Fotovoltaikanlage. Die Gemeinde mietet die Anlage von der Genossenschaft an und betreibt sie.
Ein Splitting zwischen Eigentümer und Betreiber war in der Vergangenheit nicht geläufig. Die Bürgerenergie Chiemgau und die Gemeinden Aschau, Bernau und Frasdorf beschreiten hier neue Wege und geben anderen Gemeinden in der Region damit ein Vorbild.
Bürgermeister Solnar nannte das Verhalten aller Beteiligten „ökologisch herausragend“. „Wir müssen gesamtheitlich denken und als Gemeinde haben wir eine Vorbildfunktion gegenüber dem Bürger. Wenn schon die Gemeinden so etwas auf ihre Dächer bauen, dann muss an diesen Konzepten doch etwas dran sein.“ Die neue Fotovoltaikanlage in Aschau erzeugt insgesamt 10000 Kilowattstunden im Jahr. Sie deckt damit über das ganze Jahr gesehen über zwei Drittel des Strombedarfs in der Kindertagesstätte Spatzennest. Die Kohlendioxid-Einsparung ist mit rund vier Tonnen pro Jahr angegeben.
„Mittlerweile hat die Bürgerenergie Chiemgau 207 Mitglieder. Sie haben sich mit einer Mindesteinlage von 250 Euro an der Genossenschaft beteiligt“, so David Schmidtner und Philipp Ramming. Die drei Gemeinden Aschau, Bernau und Frasdorf haben seit der Gründung der Genossenschaft im März 2017 die Weichen gestellt, um mit der dezentralen Gewinnung von Energie regionale Wertschöpfung zu erhöhen und den Kohlendioxid-Ausstoß zu vermindern.
Schmidtner wies darauf hin, dass die drei Kommunen mit ihrem Beitritt zur Bürgerenergie-Genossenschaft einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und damit zur Daseinsvorsorge stellen sowie eine Vorreiter- und Vorbildrolle übernehmen. In allen drei Gemeinden sei reichlich Potenzial vor Ort vorhanden, das bisher ungenutzt war.
Bürger können – auch wenn sie kein Dach zur Verfügung stellen können – mit der Zeichnung von Anteilen einen Beitrag zur Energiewende beitragen, sei es finanziell oder durch ihren persönlichen Einsatz.