Bürgerinitiative gegen den Rathausneubau in Grosskarolinenfeld

„Wahnsinn“ und „Harakiri“

von Redaktion

In Großkarolinenfeld soll ein neues Rathaus gebaut werden. Im Gemeinderat gibt es eine Mehrheit für die Planungen. Drei Gemeinderäte sind mit dem Verlauf nicht einverstanden. Sie gründeten jetzt die Bürgerinitiative „Rathaus-Wahnsinn stoppen!“ „Das ist doch Harakiri“, kommentierte Bürgermeister Fessler gegenüber dem OVB.

Großkarolinenfeld – Die Gemeinderäte Sepp Lausch und Elfriede Strasser (beide Parteilose Wählergemeinschaft) sowie Dr. Erwin Gutsmiedl von der Großkarolinenfelder/Tattenhausener Bürgervereinigung sind sich einig. Die „bürgerfernen Vorgänge rund um den Neubau des Rathauses“ verlangten nach Gründung einer Bürgerinitiative. Zu diesem Anlass trafen sich bereits interessierte Bürger. Als gleichberechtigte Sprecher der „Bürgerinitiative Rathaus-Wahnsinn stoppen!“ wurden Andrea Euler und Sepp Lausch einstimmig gewählt. Als Stellvertreter fungiert Thomas Lauricella. Dr. Erwin Gutsmiedl wurde Kassenwart und Elfriede Strasser Schriftführerin.

Bei der Gründungsversammlung wurden, so Sepp Lausch, neben „vertanen ortsplanerischen Chancen wie beispielsweise einer Entlastungsstraße für den Karolinenplatz entlang des Erlbachs“, hauptsächlich die schon vor dem Baubeginn „aus dem Ruder gelaufenen Kosten“ kritisiert. So werde der komplette Neubau mit Umfeld voraussichtlich knapp zehn Millionen Euro kosten, wobei der zugekaufte Baugrund noch nicht eingerechnet sei. Da der Baubeginn wegen der Kostenexplosion auf März 2019 verschoben werden musste, bestehe jetzt noch die Möglichkeit, die Bürger über das Vorhaben demokratisch abstimmen zu lassen, so der Tenor der Gründungsversammlung.

Bürgermeister Bernd Fessler sieht das ganz anders. Seiner Meinung nach sei kein Grund für eine Bürgerinitiative gegeben, weil im Gemeinderat fraktionsübergreifend eine klare Mehrheit für den Neubau des Rathauses bestehe. Außerdem seien bereits 1,5 Millionen Euro für Planungskosten und vorbereitende Maßnahmen ausgegeben worden, erläuterte Fessler im Gespräch mit der OVB-Heimatzeitung. „Die wären ganz klar in den Wind gesetzt, wenn wir jetzt aufhören würden“, so Fessler. Er verstehe, wenn „die missglückte erste Ausschreibung“ für Unmut gesorgt habe. Trotzdem, so glaubt er, sei der jetzige Zeitpunkt für eine komplette Umplanung absolut verfehlt. Eine zweite, gut vorbereitete Ausschreibung sei in der Vorbereitung, die Verwaltung hoffe, 2019 mit den Bauarbeiten beginnen zu können und der Entwurf für das Rathaus sei im Jahr 2015/2016 bei einem Ideen- und Realisierungswettbewerb einstimmig als Sieger ermittelt worden. „Jetzt sind wir auf einem guten Weg. Wir haben in unserer Gemeinde Flächen geschaffen, auf denen wir den Aushub, der beim Bau anfallen wird, lagern und beproben können. Das schafft Planungssicherheit für die Unternehmer, die am Bau arbeiten werden“, erklärt er. Außerdem seien durch die zeitlich verschobene Ausführung wieder Kapazitäten bei den Bauunternehmen frei.

Doch die Bürgerinitiative will es gar nicht so weit kommen lassen. „Der nächste Schritt“, so Sprecherin Euler, „wird nach eingehender juristischer Prüfung des Bürgerbegehrens die Sammlung von rund 750 Unterschriften sein. Für Unterstützung sind wir dankbar.“

Auch ein Spendenkonto für das Bürgerbegehren wird eingerichtet“, kündigte Lausch an.

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