Söllhuben – Zahlreiche, mehr oder weniger aufgeregte Nachwuchstrachtler trafen sich deshalb zum Fototermin beim Hirzinger in Söllhuben, um Modell zu stehen. Vertretend für alle jungen Trachtler stellten sie sich mit ihrem Namen, Alter und ihrem Beruf auf einzelnen Porträts persönlich kurz vor. Die farbenfrohe Mischung der verschiedenen Trachten im Gauverband I, die strahlenden Gesichter der Protagonisten, die frischen Musikanten und Tänzer, Plattler und Goaßlschnalzer: ein Traum für jeden Fotografen. Zahlreiche junge Trachtler aus dem gesamten Gebiet des Gauverbands, unter anderem aus Bad Feilnbach bis Reischach, aus Peterskirchen bis Prutting und von Töging bis Söllhuben waren gekommen, um das Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Eine besondere Herausforderung für die Organisatoren und Fotografen: Die Trachtler sollten sich in verschiedenen Situationen darstellen. Mit Platteln, Tanzen und Schnalzen, beim Theaterspiel und im Alltag – so waren die Szenen überschrieben, in denen die jungen Leute stets in dem passenden Trachtengewand vor der Kamera posierten. „Ein farbenprächtiges Abbild lebendigen Brauchtums und der bayerischen Kultur“, freute sich die Pressewartin des Gauverbandes I, Ingeborg Erb. Die schönsten Fotos werden demnächst auf Aufstellern zu sehen sein. „Dazu kommen erklärende Texte und sicher werden bei diesen Bildern gerade die älteren Generationen in Erinnerungen schwelgen, während die Jungen gestärkt in die Zukunft blicken können“, vermutet Erb.
Doch zunächst ist professionelles Posieren gefragt: Vergleichsweise ruhig geht es zu Beginn des Fotoshootings bei der Station für die Porträts zu. Mit großen Studioblitzen gilt es hier, die Gesichter optimal abzulichten. Dabei können sich Trachtler langsam an die ungewohnte Situation vor der Kamera gewöhnen. Der gesamte Fototag wird ihnen noch einiges abverlangen. Sie meistern es aber mit Bravour. Für die Sache, für die Tracht, da gibt jeder sein Bestes. Aus dem Stegreif und von ihrer Antwort überzeugt, geben die jungen Leute bereitwillig darüber Auskunft, warum sie Trachtler sind oder sich als Vorplattler um den Nachwuchs kümmern. Viele beantworten auch die Frage, warum sie Brauchtum so wichtig finden. So antwortet Martha, 22 Jahre, Betriebswirtin, spontan auf die Frage, warum sie im Trachtenverein ist: „De Tracht is fia mi a Lebensgfui“. Die vielfältigen und manchmal auch überraschenden Antworten der Teilnehmer werden später zu ihren Porträts veröffentlicht, so der Plan des Gauverbands I. Auch der Beruf der Mitwirkenden wird dabei einfließen. Es zeigt sich, dass sie vielen verschiedenen Berufen nachgehen. So findet sich die Schneiderin neben dem Finanzwirt, der Mechatroniker neben der Schülerin, der Abiturient neben dem Landwirt wieder.
Neben der Festtracht, dem „guadn Gwand“ für hohe Fest- und Kirchentage, werden die Kinder und Jugendlichen sowie die jungen Erwachsenen auch im Alltagsgewand fotografiert. Dabei werden in der freien Natur, im nahegelegenen Gasthaus und im Biergarten Szenen aus dem alltäglichen Leben inszeniert. Lautstarke, lustige und echte Lebensfreude ist zu hören, bestens untermalt von musikalischer Begleitung. So mancher Passant dreht sich verwundert um und freut sich über die traditionelle Szene, die sich überraschenderweise vor seinen Augen abspielt.
Das Ergebnis dieses Fototages kann erstmals anlässlich des Gaufestes in Prutting am Samstag und Sonntag, 21. und 22. Juli, bewundert werden. Der Gauverband I stellt sich dort mit seinen Sachgebieten vor, wobei der Samstag unter dem Motto „a Dog für de Junga“ steht.