Eggstätter Dorffest: Heute soll die Entscheidung fallen

Einladung ohne Gewähr

von Redaktion

Während die Gemeinde im aktuellen „Gmoa-Blattl“, dem kommunalen Gemeindeblatt, bereits dazu eingeladen hat, ist für die beteiligten Vereine noch gar nicht sicher, dass das Dorffest am 28. Juli überhaupt stattfindet. Eine endgültige Entscheidung soll heute bei einem Treffen zwischen Kommune und Vereinen fallen.

Eggstätt – Eigentlich gibt es an der Meldung in der aktuellen Juni-Ausgabe des Eggstätter Gmoa-Blattls, das an alle Haushalte in der Gemeinde verteilt wird, nichts zu deuten: „Dorffest am 28. Juli“ steht in der Überschrift, während im Text unter anderem erklärt wird, dass „einige Vereine in diesem Jahr nicht mitmachen“, sich aber „sechs Vereine zur Ausrichtung des Dorffestes entschlossen“ haben.

„Dass das Fest stattfindet, ist

noch nicht sicher.“

Siegfried Hundhammer

Sogar das Programm steht laut Eggstätter Gmoa-Blattl schon fest: So sollen sich die kleinen Besucher auf einer Hüpfburg, beim Ponyreiten und beim Kinderschminken vergnügen können, während es sich die Erwachsenen ab 17 Uhr am Rathausplatz und am Birner Garten bei musikalischen Einlagen der Eggstätter Musikkapelle sowie der Band „Saxndi“ und bei kulinarischen Schmankerl vom Grill oder Kaffee und Kuchen gutgehen lassen können.

Wer sich den Termin bereits dick im Kalender eingetragen hat, war aber vielleicht etwas voreilig: „Dass das Dorffest stattfindet, ist noch gar nicht sicher“, so Siegfried Hundhammer, Vorsitzender des Eggstätter Trachtenvereins D‘Hartseer, jetzt gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Er verweist auf ein Treffen am heutigen Mittwoch zwischen Gemeinde und den Vereinen, die das Dorffest gemeinsam ausrichten sollen. „Da sollen die letzten offenen Fragen geklärt und entschieden werden, ob es heuer ein Dorffest geben wird.“ Trotz der Streitigkeiten um Versicherungsbelange und Abrechnungen ist Hundhammer aber vorsichtig optimistisch. „Ich glaube schon, dass wir das hinbekommen.“

Optimismus, den Kajetan Huber, Vorsitzender des Katholischen Arbeitervereins Eggstätt, nicht teilt. Auch der Arbeiterverein soll sich – neben dem Trachtenverein, der Fußballabteilung des ASV, dem Gartenbauverein, dem Burschenverein, der Dirndlschaft, dem Bauernverband und dem Tennisclub – an der Ausrichtung des Festes beteiligen. Allerdings nur in kleinem Ausmaß, wie Huber betont: „Bei uns geht es nur darum, ob wir den Würstelstand betreiben“, so der Vorsitzende, der heute ebenfalls an dem Treffen teilnehmen wird. Mit offenem Ausgang: „Ich werde mich im Vorfeld noch mit meinem Stellvertreter beraten“, erklärt Huber, „tendiere aber eher dazu, dass wir nicht mitmachen.“

Vor allem die Tatsache, dass die Kommune in puncto Dorffest über die Ankündigung im Gmoa-Blattl vorgeprescht ist, hat den Vorsitzenden nicht nur verwundert, sondern auch geärgert. Huber: „Das ist irgendwie eine Unart der Gemeinde, die sich so nicht gehört.“

„Das ist eine

Unart der

Gemeinde.“

Kajetan Huber

Aufregung im Vorfeld des heutigen Treffens, die Bürgermeister Hans Schartner nicht versteht. „Seitens der Gemeinde ist alles klar“, sagt der Gemeindechef, „jetzt liegt es in der Hand der Vereine, die offenen Punkte zu klären.“ Dass das Dorffest noch scheitern könnte, daran glaubt Schartner nicht – und sieht daher auch kein Problem in der frühzeitigen Ankündigung im Gmoa-Blattl.

Ludwig Wörndl, Vorsitzender des Bauernverbands in Eggstätt, teilt hingegen die Einschätzung Hundhammers und Hubers, dass noch keine endgültige Entscheidung pro Dorffest gefallen ist. „Beim nächsten Treffen sollen weitere Punkte geklärt werden und dann eine Entscheidung feststehen“, erklärt der Vorsitzende. Doch die Entscheidung wird ohne Wörndl fallen. Nicht, weil er keine Zeit hat. Sondern, weil er nach eigenen Angaben nicht eingeladen worden ist. „Ich habe keine Einladung bekommen, daher gehe ich auch nicht hin“, so Wörndl, der bislang an allen Gesprächen teilgenommen hatte.

Am Plan, beim Dorffest für Teile des Kinderprogramms wie dem Ponyreiten zu sorgen, hält der Bauernverband trotz des organisatorischen Wirrwarrs fest. Wörndl: „Zum einen ist es wichtig, dass auch die Kinder bei einem derartigen Fest ihren Spaß haben. Zum anderen ist es für den Bauernverband eine sehr gute Möglichkeit, das Thema Landwirtschaft zu präsentieren.“

Wer sich – zumindest als Mitveranstalter – auf keinen Fall beim Dorffest präsentieren wird, ist die freiwillige Feuerwehr der Gemeinde. Was allerdings nichts mit den Unstimmigkeiten zwischen der Kommune und den Vereinen zu tun hat, wie Lisa Obermeier, neue Vorsitzende des Vereins, betont: „Es ist für uns nach dem Führungswechsel einfach eine organisatorische Frage gewesen“, so die erst im Frühjahr gewählte Feuerwehr-Vorsitzende: „Im kommenden Jahr wollen wir dann aber wieder mitmachen.“

Artikel 1 von 11