Es ist viel zu früh, sich auf eine Trasse festzulegen. Jetzt sind die verschiedenen Foren gefragt. Sie müssen die verschiedenen Varianten nach klar definierten Kriterien beurteilen, sie müssen ins Detail gehen, um am Ende transparent für alle darlegen zu können, warum die eine übrig gebliebene Trasse die richtige ist.
Ich selbst werde mich als Landrat natürlich einbringen. Mir ist es wichtig, dass möglichst viel der Strecke untertunnelt wird und die freilaufende Strecke so weit wie möglich weg von den Ortschaften verläuft.
Man darf das Bahnprojekt Brenner-Nordzulauf nicht isoliert sehen, sondern muss auf das ganze Tal schauen. Wir brauchen ein Verkehrskonzept für das Inntal und zwar nicht nur auf bayerischer, sondern auch auf Tiroler Seite.
Der Rückgang des Zugverkehrs auf der bestehenden Strecke ist ja nur ein Teil der Wahrheit. Dazu gehört nämlich auch, dass der Güterverkehr auf der Straße in den vergangenen Jahren geradezu explodiert ist. Allein am Brenner wurden 2017 2,25 Millionen Lkws gezählt, das sind acht Prozent mehr als im Jahr zuvor. Tirols Landeshauptmann Platter hat recht, wenn er sagt: „Die Grenze der Belastbarkeit ist erreicht.“
Es geht um den Schutz der Bevölkerung und die neue Bahntrasse muss Teil eines Verkehrskonzeptes für das Inntal werden. Das habe ich unserer zuständigen Staatsministerin Ilse Aigner aus Feldkirchen-Westerham übrigens schon gesagt.