Oberaudorf – Dem Gemeinderat war schnell klar, dass es überaus sinnvoll ist, die Maßnahme auf das nächste Jahr zu verschieben. Will man etwa eine Kostenexplosion vermeiden – momentan sind 1,8 Millionen Euro veranschlagt – sollte die Ausschreibung im Herbst stattfinden. Im nächsten Jahr gehe man, so auch Bürgermeister Hubert Wildgruber, von einer anderen Angebotssituation aus. „Heuer sind die Auftragsbücher voll“, betonte er.
Der Untergrund passe nicht so ganz, mit diesen vorsichtigen Worten umschrieb Ingenieur Andreas Rupp vom gleichnamigen Ingenieurbüro die neuesten Erkenntnisse hinsichtlich aller „Überraschungen“, die sich im Boden befinden. Nicht nur der bestehende Regenwasserkanal, auch die Trinkwasserleitung müssten erneuert werden und das sei „wahnsinnig zeitaufwendig“, schließlich arbeite man in bis zu 1,70 Metern Tiefe. Starkstrom und Breitband kämen noch hinzu. Und zudem laufe der Verkehr einspurig an der Baustelle vorbei. Sein Fazit deshalb: „Das wird eine heftige Baustelle“.
Hinsichtlich der zeitlichen Umsetzung geht das Ingenieurbüro von „sechs vollen Monaten“ aus, grundsätzlich werde man aber 2019 fertig, versicherte er. Großflächig geregelt werde die Umleitungssituation. Apropos Umleitung: Die Verschiebung des Projekts „Rosenheimer Straße“ beeinflusst zeitlich auch die Sanierung der Bad-Trissl-Straße. „Das verschiebt sich auch“, hieß es im Gremium. Derzeit wird auch darüber nachgedacht, in welche Straßenzüge der Audorfer Markt während der Bauzeit verlegt werden kann. Den beliebten Markt komplett abzusagen, sei nicht vorgesehen, so der Bürgermeister.
Kosten von rund 580000 Euro
Auf Anfrage aus dem Gemeinderat führte Kämmerer Reinhold Sammet aus, dass die Anlieger für die Baumaßnahme Rosenheimer Straße neu nicht zur Kasse gebeten werden. Abzüglich aller Zuschüsse und anteiliger Zahlungen durch das staatliche Straßenbauamt geht man für die Gemeinde von Kosten in Höhe von 580000 Euro aus.